WM 2026 – Deshalb muss Italien nächstes Trauma fürchten
Noch ein Sieg fehlt Italien zur WM 2026. Doch während Gegner Bosnien nur gewinnen kann, fürchten sich die Azzurri vor dem nächsten Debakel. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze
- Italien schlägt Nordirland und zieht in den Final der WM-Playoffs ein.
- Doch die Playoff-Debakel aus der Vergangenheit sorgen für grossen Druck bei den Azzurri.
- Gegner Bosnien und Herzegowina bringt Qualität mit und kann nur gewinnen.
- Am Dienstag (20.45 Uhr) fällt in Zenica die Entscheidung um das WM-Ticket.
Italien ist nur noch einen Sieg von der WM 2026 entfernt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für den vierfachen Weltmeister. Doch in den letzten Jahren sind solche «Pflichtaufgaben» für die Squadra Azzurra erstaunlich oft schiefgegangen.
Mit dem 2:0 gegen Nordirland haben die Italiener zwar die erste Hürde gemeistert. Der Auftritt war aber nicht restlos überzeugend, wirkte zwischenzeitlich verkrampft. Erst Sandro Tonalis Treffer nach der Pause löste die deutlich sichtbare Anspannung.
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Nun wartet mit Bosnien und Herzegowina ein Gegner, der mit ganz anderen Vorzeichen ins Spiel geht.
Bosnier können nur gewinnen
Für die Bosnier ist bereits der Einzug in den Playoff-Final ein Erfolg. Nach dem Comeback gegen Wales mit dem Sieg im Penaltyschiessen träumt das Land von der zweiten WM-Teilnahme nach 2014.

Im Heimspiel in Zenica kann Bosnien nur gewinnen. Eine Niederlage wäre keine nationale Krise. Ein Sieg dagegen eine Sensation. Der Druck? Liegt klar beim Gegner.
Italien kann nur verlieren
Von der einstigen Fussball-Grossmacht Italien wird die Qualifikation schlicht erwartet. Doch genau diese Erwartungshaltung ist zur Hypothek geworden. Sowohl 2018 gegen Schweden als auch 2022 gegen Nordmazedonien scheiterte man ausgerechnet in den Playoffs.
Zwei Niederlagen, die bis heute nachwirken. Seit dem Weltmeistertitel 2006 hat Italien in 20 Jahren nur noch ein einziges WM-Spiel (2:1 gegen England) gewonnen.
Der Druck war bereits gegen Nordirland spürbar. Chancen wurden ausgelassen, Aktionen zu kompliziert ausgespielt, die Leichtigkeit fehlte. Erst mit der Führung kam die Sicherheit zurück.

Doch der kommende Gegner bringt mehr Qualität mit.
Bosnien und Herzegowina kann auf viel internationale Erfahrung zählen. Nordirland hingegen trat in Bergamo mit einer sehr jungen Truppe an – nur ein Startelf-Spieler war über 24 Jahre alt.
Altstar Dzeko will Italien stoppen
Besonders in Acht nehmen sollten sich die Italiner vor Edin Dzeko. Der trifft auch mit 40 Jahren noch wie eh und je. Die Stürmer-Legende ist genau wie Verteidiger Sead Kolasinac (32/Atalanta Bergamo) ein Führungsspieler, der vorangeht.

Dazu kommen mit Ermedin Demirovic und Haris Tabakovic zwei physisch starke Bundesliga-Stürmer, die zusammen auf 20 Saisontore kommen. Bosnien wird die Italien-Defensive deutlich mehr fordern als es Nordirland konnte.
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Dazu kommt in Zenica ein Faktor, der sich nicht messen lässt: ein emotionales Heimspiel, ein aufgeheiztes Stadion und ein Heimteam, das nichts zu verlieren hat.
Für Italien wird das Spiel am nächsten Dienstag (20.45 Uhr) zur Charakterfrage. Die Squadra Azzurra kämpft um die Rückkehr zur Selbstverständlichkeit, Bosnien und Herzegowina dagegen um ein Fussball-Wunder.

















