Florentino Perez, Präsident von Real Madrid, ist einer der Rädelsführer der Super-League-Gründer. Für ihn ist das Projekt noch lange nicht gescheitert.
Liverpool Leeds Real Madrid
Die Spieler von Leeds United tragen beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Liverpool Protest-T-Shirts gegen die Super-League-Pläne. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwölf europäische Top-Clubs wollten ihre eigene «Super League» ins Leben rufen.
  • Das Projekt scheiterte binnen 48 Stunden – nur Real Madrid hält weiter daran fest.
  • Für Real-Präsident Florentino Perez ist die «Super League» die Rettung des Fussballs.

Seit Jahren schon träumt Florentino Perez von einer europäischen Super League. Die Schwergewichte wie Real Madrid oder Bayern München sollten dort unablässig gegeneinander spielen. Und dabei natürlich nach Strich und Faden abkassieren.

In der Nacht auf Montag setzten Perez und seine elf Mitverschwörer ihren Plan in Bewegung. Die «Super League» wurde ins Leben gerufen, Clubs aus England, Spanien und Italien waren dabei.

Wie finden Sie die neue «Super League»?

Keine 48 Stunden später war das Projekt schon wieder tot. Unter dem Druck von Fans und UEFA zogen sich zuerst die englischen Clubs zurück. Dann zogen auch die anderen den Stecker – am Ende waren nur noch Real Madrid und Juventus übrig.

«Die Super League ist nicht tot»

Jetzt hat Real-Präsident Perez eingestanden, dass die «Super League» gescheitert ist – zumindest für den Moment. «Die Gründer-Clubs haben an das Projekt geglaubt», versichert er bei «El Laguero». «Es ist nicht tot. Wir arbeiten weiter.»

Real Madrid Florentino Perez
Florentino Perez, Präsident von Real Madrid. - keystone

Mit den besten Intentionen sei man an das Projekt herangegangen. «Wir wollen nur den Fussball retten, nach dieser Pandemie», so Perez. Das Einkommen von Real sei von 990 Millionen Franken auf 660 Millionen gesunken.

Real Madrid baut weiter auf «Super League»

Deshalb habe man sehr hart an etwas gearbeitet, das «alle zufriedenstellen» würde, so Perez. «Es kann nicht sein, dass die Top-Clubs Geld verlieren und alle anderen Geld verdienen. Im Moment sind es die Reichen, die Geld verlieren.»

Von einer Liga mit den Top-Clubs würden alle profitieren. Perez zieht den Vergleich mit dem Tennis. «Wenn Rafael Nadal gegen Roger Federer spielt, schauen alle zu. Wenn Nadal gegen die Nummer 80 der Welt spielt, schaut niemand zu.»

FC Cádiz Real Madrid
Antonio Conde (Real Madrid) kämpft mit Ruben Sobrino (FC Cadiz) um den Ball. - dpa

Das sei im Fussball dasselbe. «Es gibt Spiele, die sich niemand ansieht. Sogar mir fällt es schwer, sie mir anzusehen», so der Präsident von Real Madrid. «Solche Spiele gibt es in Spanien, in England, in Italien.»

«Wir müssen Geld verdienen»

Deshalb werde man weiter an der «Super League» arbeiten. «Juventus und Milan sind nicht ausgestiegen, Barça denkt noch darüber nach. Vielleicht können wir das Format ändern – nur die top Vier aus jedem Land.»

Andrea Agnelli Juventus
Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin. Er gilt als grosser Befürworter der Super League. - keystone

Das Wichtige sei aber, «dass die grossen Teams gegeneinander spielen. So kriegt man die Kinder dazu, Fussball zu schauen. Jemand muss uns ein anderes Format geben, damit wir Geld verdienen. Sonst stirbt das alles.»

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