Gianni Infantino droht Klage: Uefa warnt vor Beweis-Vernichtung
Droht in der Affäre rund um Fifa-Präsident Gianni Infantino die nächste Eskalation? Die Uefa befürchtet, der Schweizer könne Beweise zu vernichten versuchen.

Das Wichtigste in Kürze
- Gianni Infantino gerät nach dem geplatzten WM-Verkauf zusehends unter Druck.
- Nun soll die Uefa dem Weltverbands-Boss sogar mit einer Klage gedroht haben.
- Der europäische Verband befürchtet, Infantino könne Beweismaterial vernichten.
Die Affäre rund um den versuchten Verkauf von Anteilen an der Fussball-Weltmeisterschaft geht in die nächste Runde: Gemäss dem englischen «Telegraph» droht die Uefa dem in die Kritik geratenen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino mit einer Klage.
Dem Bericht zufolge habe der europäische Verband dem Weltverbands-Boss einen direkten Brief zukommen lassen. Darin warnt die Uefa den Fifa-Präsidenten davor, mögliches Beweismaterial zu vernichten.

Die europäische Konföderation befürchtet offenbar, dass Infantino einer möglichen Untersuchung vorgreifen will. Konkret geht es um Korrespondenzen mit den geplanten Investoren in die neue «Fifa Forward Enterprise».
Gianni Infantino wollte WM-Anteile verkaufen
Unter diese geplanten Investoren war die US-amerikanische Thrive Capital-Gruppe. Die Investment-Firma gehört Joshua Kushner, dem Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

Ebenfalls im Raum stand eine Beteiligung durch den saudi-arabischen Staats-Investment-Fonds PIF. Dieser unterhält enge Beziehungen zur Trump-Familie, insbesondere zu Jared Kushner. Gemeinsam mit Kushner übernimmt der PIF diese Woche den Videospiel-Giganten Electronic Arts für rund 45 Milliarden Franken.
Mehrere Konföderationen stellten sich quer
Anfang der vergangenen Woche sickerten die Pläne von Gianni Infantino zum Verkauf der WM-Anteile durch. Die Folge war ein weltweiter Aufschrei, nicht nur unter den Fans, sondern auch den Kontinental-Verbänden.

Die schärfste Kritik kam von der Uefa, die einen Boykott sämtlicher Fifa-Wettbewerbe ankündigte. Auch die nordamerikanische Concacaf positionierte sich klar gegen den Infantino-Plan. Von der asiatischen AFC kam ebenfalls scharfe Kritik.
Steht Infantino vor dem Aus als Fifa-Präsident?
Angesichts des massiven Gegenwinds knickte Infantino schliesslich ein und zog seine Verkaufspläne zurück. Allerdings bleibt der Druck auf den 56-jährigen Walliser hoch. «Vergeben und vergessen» wird diese Affäre so schnell nicht.

Im März 2027 will sich Infantino zur Wiederwahl als Fifa-Präsident stellen – bislang ohne Gegenkandidaten. Nun ist aber mehr als wahrscheinlich, dass sich seine Gegner hinter einem Herausforderer zusammentun könnten.
















