Ex-Fussballer Urban: «Gibt schwule Paare in der Bundesliga»

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Deutschland,

Viele homosexuelle Fussballprofis bekennen sich weiter nicht öffentlich zu ihrer Sexualität. Ex-Jugendnationalspieler Marcus Urban gibt die Hoffnung nicht auf.

Marcus Urban
Hofft weiter auf mehr offen bekennende Homosexuelle im Profifussball: Ex-Profi Marcus Urban. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Bundesliga gibt es keine als homosexuell geouteten Spieler.
  • Marcus Urban meint, dass es sogar Paare unter den Spielern gibt.

Der homosexuelle Ex-Jugendnationalspieler Marcus Urban hofft auch nach dem gescheiterten Gruppen-Coming-Out weiter auf mehr Profifussballer, die sich zu ihrer Sexualität offen bekennen.

«Es gibt auch schwule Paare in der Bundesliga, und zwar sehr nette, sehr hübsche. Und vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem sie sich outen», sagte der frühere Spieler von Rot-Weiss Erfurt in einem von der «Bild»-Zeitung gedruckten Auszug aus dem am 18. August erscheinenden Buch «Mensch Fussballstar».

Glaubst du, dass es in der Bundesliga schwule Paare gibt?

Der 54 Jahre alte Urban hält auch weiterhin homophobe Aussagen für einen der Gründe für die Zurückhaltung.

Wie zum Beispiel von Kevin Behrens. Der heutige Lugano-Profi sorgte für einen Eklat, weil er sich weigerte, ein Trikot in Regenbogenfarben zu unterschreiben und kommentierte dies mit einer homophoben Äusserung. Später bat er um Entschuldigung.

Urban: «Viele Frauen rollen mit den Augen»

Urban, der sich nach eigenen Angaben als erster Profifussballer in Deutschland öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hat, halte es für widersprüchlich, dass im Gegensatz zu den Männern «lesbisch zu sein im Frauenfussball meistens kaum noch ein Problem» ist.

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Pernille Harder und Magdalena Eriksson sind seit zehn Jahren ein Paar und seit einem Jahr verlobt. - keystone

«Viele Frauen rollen mit den Augen und langweilen sich bei dem Thema. Die gleiche Langeweile wollen wir bei den Männern erreichen. Dass jeder sagen kann: ‹Das hier ist mein Partner. Das ist unser Kind›», sagte Urban.

Viele Profis hätten sich mittlerweile in Gruppen zwischen 20 und 40 Leuten organisiert. «Es ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Viele sind einsame Wölfe, machen ihr eigenes Ding und von vielen wissen wir noch gar nicht», sagte der Ex-Spieler.

«Am Ende traut sich keiner»

Urban organisierte im vergangenen Jahr ein Gruppen-Coming-out im Profifussball. Doch am 17. Mai wagte sich niemand vor. «Am Ende traute sich aber keiner. Es gibt in ihrem Umfeld noch zu viele Menschen, die ihnen davon abgeraten haben», sagte Urban.

Darunter seien Medienanwälte, Berater und Familienangehörige, die im Geld und Ruhm der Profis baden würden und falsch verstandene Pseudo-Fürsorge sowie eigene Ängste auf die Spieler übertragen.

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