EHC Thun schlägt den Meister und sichert Heimrecht

Jan Siegrist
Jan Siegrist

Thun,

Mit der sicheren Playoff-Qualifikation im Rücken reiste der EHC Thun nach Seewen. Gegen den Tabellenführer unterlagen die Thuner zuvor bereits zweimal.

EHC Thun
Der EHC Thun trat in der drittletzten Runde bei Meister Seewen an. - May Garressus

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Startdrittel agieren Seewen und Thun auf Augenhöhe.
  • Im Mitteldrittel dominieren die Hausherren, das Spiel bleibt aber torlos.
  • Der Bann bricht im letzten Abschnitt: Der EHC Thun zieht davon und siegt.

Drei Siege in Serie liessen den EHC Thun am vergangenen Wochenende über die frühzeitige Playoff-Qualifikation jubeln. Am Samstag schlugen die Berner Oberländer im Heimspiel den EHC Wetzikon. Dadurch sind die Steiner-Jungs bereits drei Runden vor Quali-Schluss «grün» in der Tabelle.

In den verbleibenden drei Runden geht es für die Mannschaft nun darum, sich eine günstige Ausgangslage zu verschaffen. Vor dem Spiel in Seewen hatten die Thuner Rang vier inne. Dieser wäre gleichbedeutend mit Heimrecht im Playoff-Viertelfinal.

Mit einem Sieg am Mittwoch im Seewen wäre man diesem Ziel einen Schritt nähergekommen. Dass Spiele gegen den Tabellenführer kein Leichtes sind, mussten die Oberländer in dieser Saison bereits zweimal erleben.

Die beiden bisherigen Direktduelle gingen an den amtierenden Meister der MyHockey League. Die Partien waren jeweils eng und umkämpft. Am Ende setzte sich jeweils die Cleverness respektive die individuelle Klasse der Schwyzer durch.

Ausgeglichener Start

Am Mittwochabend schenken sich beide Teams zu Beginn keinen Meter. Die erste Chance gehört den Gästen aus dem Berner Oberland. Verteidiger Boss spielt einen Laserpass zu Stefan Spinell. Dieser legt herrlich ab für Leni Michellod, der an Christian Schön im Seewen-Goal scheitert.

EHC Thun
Der EHC Thun und der EHC Seewen begegnen sich zu Beginn auf Augenhöhe. (Archivbild) - May Garressus

Eine Zeigerumdrehung ein Schreckmoment: Thun-Goalie Gian Graf stolpert hinter seinem Tor beim Versuch, die Scheibe zu kontrollieren. In extremis retten seine Teamkollegen und verhindert den Einschlag.

Kurz vor Drittelsmitte entwischt Michellod der Seebner Hintermannschaft, scheitert aber bereits zum zweiten Mal an Schön. Die nächsten beiden Halbchancen gehören dann dem Heimteam. Sowohl Luca Langenegger als auch Aron Welter können Graf nicht überwinden.

Seewen dominiert den zweiten Abschnitt

Torlos geht es ins Mitteldrittel, in welchem die Innerschweizer einen Gang hochschalten. Die Thuner wehren sich nach Kräften, geraten aber Mal für Mal unter Druck. Livio Langenegger und Sandro Steiner verpassen das Führungstor für den EHC Seewen.

Eine Minute vor der zweiten Pause braucht es dann einen Graf in Topform. Geistesgegenwärtig blockt er einen Nachschuss von Dean Schnüriger ab und hält das 0:0 bis zur Sirene fest. Mit dem für die Thuner etwas glücklichen Zwischenstand geht es in die Pause.

EHC Thun
Im Mitteldrittel steht der EHC Thun unter dem Seebner Druck. (Archivbild) - May Garressus

In dieser scheint Headcoach Daniel Steiner die richtigen Worte zu finden. Zu Beginn des letzten Drittels bewegen die Thuner die Beine wieder mehr und können auch offensiv wieder Akzente setzen.

Einen solchen zeigt Pascal Rossel drei Minuten nach Wiederanspiel. Der Routinier tankt sich durch und kommt im Zusammenspiel mit Dominik Gyger bis vors Tor. Schön zeigt sich aber ebenfalls in guter Verfassung und lässt die Scheibe nicht passieren.

Boss bricht den Bann

Nach 47 Minuten ist auch Schön machtlos. Der EHC Thun greift mit vier Mann «off the rush» an. Gyger pflückt die Scheibe aus der Luft ab und legt quer für Boss. Der mitgelaufene Verteidiger lässt sich nicht zweimal bitten und netzt zum 0:1 ein.

Befreit vom Führungstreffer lassen die Gäste die Beine nun mal so richtig laufen. 30 Sekunden später müssten Gugelmann und Spinell eigentlich bereits das zweite Thuner Tor machen. Beide verpassen die Scheibe aber, das Tor wäre verwaist gewesen.

Die beiden Thuner Stürmer lassen sich davon nicht demotivieren und bleiben weiter angriffslustig. Wenige Minuten später bedient Gugelmann Spinell, der sich dreht und Schön zwischen den Beinen erwischt und auf 0:2 stellt.

EHC Thun
Stefan Spinell erzielt in den letzten neun Minuten drei Tore für den EHC Thun. (Archivbild) - May Garressus

Der EHC Seewen kommt in der Folge kaum zu Offensivaktionen. Erst drei Minuten vor dem Ende kontert sich das Heimteam zum Anschlusstreffer. Noé Bachmann legt am Ende für Dean Schnüriger auf, der nur noch einzuschieben braucht.

Zwei Minuten vor dem Ende nimmt Seewen-Coach Raphael Zahner sein Timeout. Goalie Schön weicht danach dem sechsten Feldspieler. Eine halbe Zeigerumdrehung nach Wiederanspiel erzielt Spinell seinen zweiten Treffer des Abends ins leere Tor.

Und weil es so schön war, macht es Spinell in der Schlussminute gleich noch einmal und erzielt das 1:4. Beide Treffer ins leere Tor erzielt der Südtiroler aus der eigenen Zone heraus. Dank den beiden Empty-Nettern feiert Spinell gar einen Hattrick.

EHC Thun trifft in den Playoffs auf Dübendorf

Der EHC Thun schlägt den Meister und Tabellenführer nicht unverdient und nimmt drei Punkte mit. Dank dem Sieg und der Dübendorf-Niederlage gegen Franches-Montagnes sichern sich die Berner Oberländer Rang vier in der Tabelle. Der EHC Thun wird den Playoff-Viertelfinal am 21. Februar zuhause starten können und trifft dabei auf Dübendorf.

Die Qualifikation der MyHockey League geht nun in die Schlusswoche. Der EHC Thun tritt am kommenden Mittwoch im Seeland beim SC Lyss an. Drei Tage später empfangen die Oberländer im Grabengut den EHC Frauenfeld zum Abschluss der 30 Spiele dauernden Qualifikation.

EHC Thun
Die Partner des EHC Thun. - zvg

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