EHC Thun ringt Huttwil verdient nieder

Jan Siegrist
Jan Siegrist

Thun,

«Siegen oder Fliegen» lautete das Motto für den EHC Thun im dritten Halbfinalspiel. Huttwil konnte mit einem Sieg den Sack zu machen.

EHC Thun
Der EHC Thun reiste für Spiel 3 des Playoff-Halbfinals nach Huttwil. (Archivbild) - Matteo Studer

Das Wichtigste in Kürze

  • Der EHC Thun kann auf die beiden Auftaktniederlagen reagieren.
  • Dank einer starken Leistung gewinnen die Berner Oberländer auswärts im Oberaargau.
  • Die Thuner sind nun so richtig in der Serie angekommen!

Nach bisher zwei Niederlagen musste der EHC Thun am Donnerstag zwingend gewinnen. Ansonsten wäre die Saison vorbei und Huttwil würde in den Final einziehen. Nach der 1:5-Niederlage am Dienstag brauchte es dafür aber eine klare Leistungssteigerung.

Im Vergleich zum Dienstag kehrte Verteidiger Janik Wyss wieder zurück ins Line-up. Im Tor stand Routinier Stephan Küenzi. Auch innerhalb der Linien stellte Headcoach Daniel Steiner einiges um und versuchte neue Impulse zu setzen.

Nyffeler legt vor, Gyger gleicht aus

Die Partie im Campus Perspektiven beginnt anders als die ersten beiden Halbfinal-Duelle. Huttwil zieht sich zurück und lässt die Thuner anlaufen. Die entsprechend anvisierten Konter bleiben dabei aber aus.

Der EHC Thun lässt sich von diesem taktischen Mittel nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil, die Oberländer tanken dadurch mehr Ruhe und Selbstvertrauen. Nach acht Zeigerumdrehungen hat Stefan Spinell die erste Halbchance.

Auf der anderen Seite blitzt bei einem Zryd-Ablenker kurz Gefahr auf. Eine erste Unterzahlsituation überstehen die Gäste souverän. So richtig Fahrt nimmt das Spiel erst kurz vor der ersten Pause auf.

EHC Thun
Beim EHC Thun stand am Donnerstag Stephan Küenzi (links) im Tor. (Archivbild) - Matteo Studer

Zweieinhalb Minuten sind noch zu spielen, als Huttwils Joel Bieri die Scheibe behauptet. Bieri sieht im Zentrum Nyffeler, der etwas zu viel freien Raum erhält. Nyffeler hämmert die Scheibe an Küenzi vorbei ins rechte obere Eck.

Die Führung für die Hausherren ist zu diesem Zeitpunkt schmeichelhaft. Die Reaktion des EHC Thun folgt aber prompt. Eine Minute später muss Huttwils Tschudi für zwei Minuten raus.

Nur elf Sekunden benötigt das Thuner Powerplay, um den Ausgleich zu erzielen. Gyger trifft gleich wie Nyffeler kurz zuvor in die rechte obere Ecke. Mit dem 1:1 gehen die beiden Mannschaften in die Pause.

Schaerz bringt den EHC Thun in Führung

Der zweite Abschnitt beginnt mit einem Thuner Paukenschlag. Nach zwei Minuten lässt Philip Schaerz die Latte erklingen. Das anschliessende Bully gewinnen die Oberländer. Beusch bringt die Scheibe aufs Tor, Liechti patzt und Schaerz versorgt den «Rebound» im Tor.

Der Führungstreffer gibt den Gästen Aufwind. Das merkt wenig später auch Daniel Bieri. Der Headcoach von Hockey Huttwil nimmt sein Timeout und versucht seine Männer aufzuwecken.

Dies funktioniert nicht wirklich. Drei Minuten später müssten die Thuner die Führung eigentlich erhöhen. Michellod und Spinell vergeben eine Doppelchance.

Gleich danach haben die Hausherren grosses Glück, kassieren sie keine Strafe. Erst streckt Aebi einen Thuner mit einem Bandencheck nieder. Gleich danach trifft Nyffeler bei seinem Check zuerst den Kopf eines Thuners.

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Philip Schaerz trifft erst die Latte, dann bringt er den EHC Thun in Führung. (Archivbild) - Matteo Studer

Die Strafen bleiben zum Unverständnis der Kyburgstädter aus. Zwei Minuten später fasst Nyffeler dann doch noch eine Auszeit und muss für vier Minuten in die Kühlbox.

Trotz Chancen von Rossel, Bärtschi und Schaerz können die Thuner das lange Powerplay aber nicht ausnützen. Fünf Minuten vor der zweiten Pause treten dann auch die Hausherren offensiv wieder in Erscheinung. Und wie!

Verteidiger Stillhart spielt die Scheibe vors Tor, wo Struchen ablenkt und zum 2:2-Ausgleich trifft. Erneut scheint es, als würden die Thuner für ihren grossen Aufwand schlecht belohnt.

Rossel und Bärtschi treffen

Doch auch von diesem wiederholten Rückschlag lässt sich der EHC Thun nicht beeindrucken. Nur zwei Minuten später schlagen die Gäste im Powerplay zu. Nach einem Schuss von Topscorer Favre ist Pascal Rossel zur Stelle und stellt die Führung wieder her.

Die Thuner bleiben gleich dran: Eine Zeigerumdrehung danach kombinieren sich Beusch und Bärtschi in die Offensivzone. Bärtschi holt zum «Slapshot» aus und bezwingt Liechti erneut. Die Oberländer belohnen sich spät für ein starkes Mitteldrittel.

Mit einer 2:4-Führung für den EHC Thun geht es zum zweiten Mal zum Pausentee. Gibt es nun ein Déjà-vu? In Spiel 1 hatten die Thuner im Schlussdrittel gar eine Drei-Tore-Führung aus der Hand gegeben.

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Michael Bärtschi trifft zum 2:4 für den EHC Thun. (Archivbild) - Matteo Studer

Nach vier Minuten im letzten Drittel legen die Huttwiler bereits mit ihrer Schlussoffensive los. Erst schiesst Zryd aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei. Dann zeigt Thun-Goalie Küenzi einen hervorragenden «Save» gegen Lanz.

Wenig später kann Hess nicht einschieben. Der EHC Thun übersteht die erste heikle Phase in diesem Spiel schadlos. Acht Minuten vor dem Ende flammen dann die Emotionen auf.

Hitzige Schlussphase

Thuns Dey und Huttwil Nyffeler geraten aneinander und müssen beide für zwei Minuten raus. Zu allem Übel kassiert auch Favre eine Strafe wegen Behinderung. Die Thuner überstehen die anschliessende Unterzahl relativ souverän.

160 Sekunden vor Schluss weicht Huttwil-Goalie Liechti für den sechsten Feldspieler. Sekunden zuvor verpasst Braus den Anschlusstreffer im «Slot». Die Thuner wehren sich mit viel Herz gegen den Huttwiler Schlussspurt.

Mit Erfolg! Tore fallen keine mehr, der Fokus richtet sich am Ende auf Nebenschauplätze. Dabei hat das Heimteam vor allem einen Thuner im Visier. Topscorer Nathan Favre scheint kein Lieblingsgegner der Oberaargauer zu sein.

Gleich dreimal wird Favre grob und teilweise gefährlich angegangen. Favre – sicher auch kein Kind von Traurigkeit – übersteht die Attacken, ohne sich zu verletzen. Der Topscorer und seine Mannschaft dürfen am Ende über einen verdienten Auswärtssieg jubeln.

Der EHC Thun ist nun so richtig in dieser Serie angekommen. Nun gilt es, am Samstag so weiterzumachen. Dann empfangen die Thuner die Oberaargauer um 20 Uhr zu Spiel vier des Playoff-Halbfinals im Grabengut.

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Die Partner des EHC Thun. - zvg

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