EHC Thun verliert 17 Sekunden vor Schluss
Der EHC Thun hatte sich am Donnerstag in die Halbfinalserie zurück gekämpft. Auch am Samstag im Heimspiel musste zwingend ein Sieg her.

Das Wichtigste in Kürze
- Kurz vor Schluss steht es im Grabengut 2:2. Alles deutet auf die Verlängerung hin.
- Nur 17 Sekunden vor der Sirene entscheiden die Gäste die Partie zu ihren Gunsten.
- Für den EHC Thun endet eine starke Saison mit einer bitteren Niederlage.
Mit 2:1 lag Hockey Huttwil vor Spiel vier im Thuner Grabengut in der Serie vorne. Ein Sieg fehlte den Oberaargauern zum Einzug in den Playoff-Final.
Auf der anderen Seite hatten die Berner Oberländer am Donnerstag Selbstvertrauen getankt. Die Thuner zeigten eine starke Leistung und siegten mit dem Messer am Hals verdient.
So hatte Headcoach Daniel Steiner keinen Anlass zu Veränderungen. Das Line-up stellte sich quasi von selbst auf. Im Tor stand erneut Routinier Stephan Küenzi.
Nach dem teilweise überharten Spiel am Donnerstag, durfte man gespannt sein, wie die beiden Mannschaften ins Spiel kommen.
Huttwil legt im Powerplay vor, Minder gleicht aus
Bereits nach einer Minute darf das starke Thuner Powerplay aufs Eis. Huttwils Aggressivleader Robin Nyffeler nimmt früh auf der Strafbank Platz. Der EHC Thun kann die erste Überzahlgelegenheit aber nicht nützen.
Als die Strafe gegen Nyffeler abläuft, kassiert zeitgleich Luca Gauch eine Strafe. Nun darf das ebenfalls starke Huttwil-Powerplay ran. Die Gäste brauchen nur 27 Sekunden, um zu treffen.

Braus bedient Haldimann vor dem Tor, der nur noch den Stock hinhalten muss. Die Thuner reagieren kurze Zeit später. Erst setzt sich Lian Häsler stark durch, scheitert aber an Goalie Wyss.
Dann kurvt Dominik Gyger hinter dem Tor durch und passt zu Jeremy Minder. Der Thuner Captain bezwingt Wyss in der Goalieecke. Erst neun Minuten sind zu diesem Zeitpunkt gespielt.
Thuner Führungstreffer wird aberkannt
Im Anschluss begegnen sich die beiden Teams weiter auf Augenhöhe, wobei die Hausherren mehr Torschüsse verzeichnen. Eine halbe Minute vor der ersten Pause jubeln die Thuner erneut.
Stefan Spinell luchst Remo Bieri die Scheibe ab und zieht vors Tor. Bieri fällt hin und verschiebt das Tor. Spinells Schuss landet zwar im Netz, wird von den Schiedsrichtern aber wegen des verschobenen Tores aberkannt.

Mit dem ausgeglichenen Spielstand geht es ins Mitteldrittel. Gleich zu Beginn unterläuft dem EHC Thun beinahe ein kapitaler Fehler. Zryd kann aber nicht profitieren, Thun-Goalie Küenzi ist zur Stelle.
Nach 35 Minuten hat Zryd dann die nächste Topchance. Auf Zuspiel von Silvan Hess scheitert Zryd aber erneut an Küenzi. Auch den Nachschuss von Michael Minder kann der Thuner Torhüter in extremis abwehren.
Zuvor konnten beide Mannschaften im Powerplay nicht reüssieren. Es bleibt beim 1:1 bis zur zweiten Pause. Die 726 Zuschauer sehen bis dato ein attraktives Spiel auf Messers Schneide.
Huttwil schlägt erneut in Überzahl zu
Dies ändert sich auch im Schlussdrittel nicht. Gleich zu Beginn dürfen die Gäste aus dem Oberaargau erneut im Powerplay auflaufen. Nyffeler bedient von hinter dem Tor Zryd, der im Slot zu viel Platz hat.
Dieses Mal schlägt Zryd Küenzi im Duell der beiden Adelbodner. Hockey Huttwil geht zum zweiten Mal an diesem Abend in Führung. Der EHC Thun bleibt danach erstaunlich cool und schlagen nur fünf Minuten später zurück.

Verteidiger Darren Boss sucht im Powerplay seinen Mitspieler vor dem Tor. Sein Passversuch tunnelt Wyss und geht über die Linie. Der Huttwil-Goalie sieht auch beim zweiten Gegentor unglücklich aus.
Zwei Zeigerumdrehungen später tankt sich Thuns Rossel durch, scheitert aber Backhand an Wyss. Auch beim Nachschuss von Philip Schaerz behält Wyss die Überhand. Danach scheinen die Berner Oberländer das Momentum nach und nach auf ihre Seite ziehen zu können.
EHC Thun hat Chance zum Sieg
Vier Minuten vor dem Ende drücken die Thuner auf die Führung. In einer unübersichtlichen Szene vor Wyss hätte Luca Gauch beinahe einnetzen können. 60 Sekunden später kassiert Huttwil eine Strafe.
Der Sieg scheint für den EHC Thun nun greifbar. Dey und Gyger scheitern mit ihren Abschlüssen aber. Huttwil übersteht das wichtige Boxplay schadlos.
Alles deutet nun auf eine Verlängerung hin, welche dem Spielverlauf entsprechen würde. 17 Sekunden vor der Sirene hat Robin Nyffeler aber andere Pläne. Der Huttwil-Stürmer setzt auf dem Bullypunkt vor Küenzi zum Slapshot an.

Sein Geschoss fliegt am Thun-Goalie Küenzi vorbei ins Netz. Sekunden vor dem Ende bedeutet das dritte Tor der Gäste die Entscheidung. Hockey Huttwil gewinnt Spiel 4 des Playoff-Halbfinals und damit auch die Serie.
Die Oberaargauer folgen dem EHC Seewen ins Finale der MyHockey League. Beim jungen Thuner Team ist die Enttäuschung über das bittere Saisonende riesig. Zumindest ein Spiel fünf hätte sich der EHC Thun eigentlich verdient gehabt.
Dernière für Steiner und Bosshardt
Nichtsdestotrotz müssen sich die Berner Oberländer nichts vorwerfen lassen. Nach dem Umbruch im vergangenen Sommer konnten die Automatismen rasch gefunden werden.
Rang vier in der Quali sowie der Einzug in den Playoff-Halbfinal dürfen durchaus als Erfolg gewertet werden. Dies ist auch dem Coaching-Duo Steiner/Bosshardt zu verdanken. Für beide endete mit der Niederlage gestern Abend die Zeit im Grabengut.

Auf die Saison 2026/27 hin übernimmt Gregory Zehnder das Amt des Headcoachs. Als Assistent wird Stephan Schweingruber fungieren. Beide waren zuletzt für die Nachwuchsorganisation HC Dragon Thun tätig. Man darf gespannt sein, wie der Weg des EHC Thun in der nächsten Saison weitergeht.













