EHC Thun unterliegt in Spiel eins im Shootout

Jan Siegrist
Jan Siegrist

Thun,

Nach einer langen Pause zwischen Viertel- und Halbfinal ging es am Samstag endlich los. Hockey Huttwil empfing den EHC Thun zu Spiel eins.

EHC Thun
Der EHC Thun trat in Spiel eins des Playoff-Halbfinals auswärts an. (Archivbild) - May Garressus

Das Wichtigste in Kürze

  • Der EHC Thun liegt nach zwei Dritteln mit 4:1 in Führung.
  • Im Schlussdrittel gelingt Hockey Huttwil die Aufholjagd.
  • Das Penaltyschiessen muss entscheiden.

Am Samstag gingen die Playoffs in der MyHockey League in die nächste Runde. In den Halbfinals duellieren sich Seewen und Langenthal, sowie Huttwil und Thun. Im erstgenannten Duell ist die Ausgangslage auf dem Papier klar.

Seewen geht als Meister und Qualisieger als Favorit in die Serie gegen den SCL. Im zweiten Duell scheint alles möglich zu sein. Der EHC Thun und Hockey Huttwil schenken sich jeweils nichts und begegnen sich auf Augenhöhe.

In den zahlreichen Aufeinandertreffen in den letzten Jahren entschied eigentlich immer die Tagesform. Dies dürfte auch in dieser Halbfinal-Serie nicht anders werden.

EHC Thun
Luca Wenger kehrt nach langer Leidenszeit zurück ins Line-up des EHC Thun. (Archivbild) - zvg

Die Berner Oberländer mussten zum zweiten und letzten Mal auf den gesperrten Pascal Rossel verzichten. Zudem muss Quali-Topscorer Nicola Christen nach kurzzeitigem Comeback im Viertelfinal wieder aussetzen.

Endlich wieder mittun konnte hingegen Luca Wenger. Der 23-jährige verletzte sich Mitte Oktober und kämpfte die letzten fünf Monate für das Comeback. Am Samstag war er als 13. Stürmer erstmals wieder dabei.

Huttwil legt im Powerplay vor

Das Spiel im Campus Perspektiven startet rasant: Nach wenigen Sekunden tauchen die Thuner bereits ein erstes Mal gefährlich vor Huttwil-Goalie Siro Wyss auf.

Nach fünf Spielminuten zittert hinter Thun-Torhüter Gian Graf die Latte. Timo Braus trifft in Überzahl nur die Latte. Eine Minute später packt Graf einen tollen Save gegen Rui Zryd aus. Der EHC Thun übersteht das Boxplay schadlos.

Unmittelbar nach Ablauf der Strafe greifen die Gäste wieder an. Gilles Buff verpasst die Führung. Nach neun Minuten sitzt bereits wieder ein Berner Oberländer in der Kühlbox. Dieses Mal schlagen die Hausherren zu.

EHC Thun
Gian Graf hütete das Tor des EHC Thun. (Archivbild) - Astrid Schaffner

Tschudi bezwingt Graf nach toller Vorarbeit von Kilchenmann und Gurtner. Die Thuner brauchen nach dem Gegentreffer zwei, drei Minuten, um sich zu schütteln. Gleich danach sind die Gäste aber wieder hellwach.

Silvan Jaggi vergibt den Ausgleich nur knapp. Nun kommen auch die ersten Playoff- und Derby-Emotionen in die Partie. Die gut gezählten 650 Zuschauer sehen einen attraktiven Schlagabtausch.

Spinell gleicht für den EHC Thun aus

Rund 90 Sekunden vor der ersten Pause sorgt Stefan Spinell für den verdienten Ausgleich. Der Südtiroler tanzt seinen Gegenspieler aus und bezwingt Wyss sehenswert. Mit dem 1:1 gehen die beiden Teams zum Pausentee.

Im Mitteldrittel begegnen sich Huttwil und Thun weiter auf Augenhöhe. Die Hausherren können kurzzeitig Druck aufsetzen, werden dabei aber kaum gefährlich. Kurz nach Spielmitte erobert Thuns Bärtschi die Scheibe und kurvt vors Tor. Sein Abschluss bleibt an Goalie Wyss hängen.

EHC Thun
Stefan Spinell erzielt den Ausgleich für den EHC Thun. (Archivbild) - Astrid Schaffner

Zwei Minuten später spielt Bärtschi dann die Scheibe vors Tor. Wyss lässt prallen, Gyger ist zur Stelle und trifft zum 1:2.

Der EHC Thun bleibt sogleich am Drücker. Nach einem gewonnenen Bully bringt Verteidiger Boss die Scheibe in Richtung Tor. Gilles Buff steht nach einem Crosscheck eines Oberaargauers blitzschnell wieder auf und versorgt den Nachschuss im Netz.

Janik Wyss scheidet verletzt aus

Die Zwei-Tore-Führung ist aber noch nicht genug! Eine Minute vor der Pause schlagen die Oberländer im Powerplay gleich noch einmal zu. Ein Favre-Schuss geht an Freund und Feind vorbei, Wyss hat das Nachsehen.

Kurz zuvor verpassten die Oberaargauer in Unterzahl den Anschlusstreffer. Mit der 4:1-Führung geht der EHC Thun in die zweite Pause. In dieser muss Janik Wyss das Handtuch werfen. Der Thuner Verteidiger scheidet verletzt aus.

Bei Huttwil hingegen kommt es zu einem freiwilligen Torhüterwechsel. Kevin Liechti ersetzt den unglücklichen Siro Wyss, der vier Gegentore kassiert. Mit je einem Wyss weniger geht es ins Schlussdrittel.

Braus und Schwab bringen die Spannung zurück

In diesem brauchen die Hausherren ein frühes Tor. Und siehe da, das frühe Tor kommt: In Überzahl trifft Timo Braus zum 2:4.

Hockey Huttwil ist nun wieder da! Die Oberaargauer powern gleich weiter. Nur 60 Sekunden später trifft Verteidiger Schwab. Der EHC Thun klärt eine eigentlich abgewehrte Scheibe nur ungenügend und ermöglicht das dritte Huttwil-Goal.

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Fiebiger verpasst das fünfte Tor für den EHC Thun. (Archivbild) - zvg

Thun-Coach Steiner zieht die Reissleine und nimmt sein Timeout. Im Anschluss stehen die Berner Oberländer defensiv wieder etwas besser. Das Spielgeschehen dominiert aber weiter Huttwil.

Zwölf Minuten vor Schluss erzielt Tschudi beinahe in Unterzahl den Ausgleich für die Oberaargauer. Auf der anderen Seite verpasst Fiebiger das fünfte Thuner Tor. Das Spiel wird nun zu einem echten Krimi!

Glückstor bringt den Ausgleich

Sieben Minuten vor dem nahenden Ende bringt Huttwils Haldimann die Scheibe in Richtung Tor. Graf kann zwar parieren, die Scheibe prallt aber äusserst unglücklich von einer Thuner Schulter ins eigene Tor. Huttwil bejubelt den Ausgleich.

Obschon das Tor viel, viel Glück bedingte, ist der Ausgleich nach dem Sturmlauf des Heimteams nicht unverdient. Rund 20 Sekunden nach Wiederanspiel ist das Glück dann wieder zurück auf der Seite des EHC Thun.

Kaum zu glauben aber wahr: Hockey Huttwil hat in der gleichen Szene gleich dreimal Pech mit dem Pfosten. Erst geht der Abschluss von Nyffeler von Pfosten zu Pfosten. Den Nachschuss schiesst Zryd, wie könnte es anders sein, auch noch an die Torumrandung.

20 Sekunden vor Schluss setzt auch der EHC Thun zum Lucky Punch an. Robin Dey verzögert geschickt, Liechti riecht den Braten aber und verkürzt den Winkel. Dey scheitert letztendlich am Schoner von Liechti.

Keine Tore in der Verlängerung

Nach einem schwachen dritten Drittel des EHC Thun scheint das Momentum vor der Verlängerung eher auf Seiten der Oberaargauer. Doch, die Thuner fangen sich wieder und gestalten das Spiel ähnlich ausgeglichen wie im ersten und zweiten Drittel.

Die Chancen sind in der Overtime rar gesäht. Beide Teams sind zwar durchaus gewollt, die Entscheidung zu erzielen, wirklich grosse Gefahr kommt aber kaum auf. Die Partie lebt von der knisternden Spannung sowie von den immer wieder aufkommenden Emotionen.

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Der EHC Thun und Hockey Huttwil liefern sich einen packenden Schlagabtausch. (Archivbild) - Matteo Studer

Tore fallen aber keine mehr. Mit dem 4:4 geht es ins Penaltyschiessen. Nyffeler für Huttwil und Schweingruber für Thun scheitern. Der zweite Oberaargauer Schütze, Andreas Tschudi, trifft.

Danach scheitern Bärtschi für den EHC Thun sowie Lanz für Hockey Huttwil. Der dritte Thuner Penalty sitzt dann. Robin Dey gleicht aus.

Huttwil reagiert sogleich, Rui Zryd legt wieder vor. Weil dann sowohl Boss als auch Topscorer Schaerz scheitern, dürfen die Hausherren jubeln. Huttwil sichert sich nicht unverdient den Sieg in Spiel eins des Playoff-Halbfinals.

Wer zieht in den Playoff-Final der MHL ein?

Spiel zwei am Dienstag im Grabengut

Der EHC Thun muss aber keinesfalls nun die Köpfe hängen lassen. Die gezeigte Leistung war in grossen Teilen der Partie gut bis sehr gut. Der Playoff-Halbfinal ist nun so richtig lanciert.

Man darf gespannt sein, welche Geschichten diese Derby-Serie noch schreiben wird. Spiel zwei des Halbfinals folgt am Dienstag im Thuner Grabengut. Spielbeginn ist um 20 Uhr.

EHC Thun
Die Partner des EHC Thun. - zvg

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