EHC Thun erwartet enges Viertelfinalduell mit dem EHC Dübendorf
Während die Schweizer Nati an den olympischen Spielen engagiert ist, beginnen in der MyHockey League die Playoffs. Der EHC Thun trifft auf Dübendorf.

Das Wichtigste in Kürze
- Der EHC Thun und der EHC Dübendorf lagen in der Quali nur drei Punkte auseinander.
- Die beiden Headcoaches waren einst Teamkollegen beim ZSC.
- Die Playoff-Viertelfinalserie beginnt am Samstag im Thuner Grabengut.
Endlich ist es so weit: Die Eishockey-Saison geht in die entscheidende Phase! Im Playoff-Viertelfinal der MHL duellieren sich die acht besten Amateurteams der Schweiz um den begehrten Pokal.
Als haushoher Favorit geht Qualisieger EHC Seewen in das Duell mit dem EHC Wetzikon. Franches-Montagnes und Hockey Huttwil sind ebenfalls zu favorisieren, in den Duellen gegen Langenthal respektive Frauenfeld.
Die einzige 50:50-Serie
Die einzige Serie, welche auf dem Papier auf eine ausgeglichene Angelegenheit hindeutet, ist das Duell Thun versus Dübendorf. Der Tabellenvierte trifft auf den -fünften der Qualifikation. Der EHC Thun sammelte in den 30 Quali-Partien 55 Punkte ein, der EHC Dübendorf nur deren drei weniger.
Bereits dreimal kreuzten die beiden Mannschaften heuer die Klingen. In der zweiten Runde Mitte September siegte der EHC Thun auswärts in der Verlängerung. Anfang November reüssierten die Dübendorfer im Thuner Grabengut. Kurz vor Weihnachten sicherte sich der EHC Thun im zweiten Heimspiel einen verdienten 4:1-Sieg.

Bei den Zürchern wechselten sich Sieg und Niederlage in der Regular Season häufig ab. Die längste Siegesserie dauerte drei Spiele an. Mehr als zwei Niederlagen in Folge müsste «Dübi» aber auch nie einstecken.
Das gleiche gilt für den EHC Thun. Mehr als zwei Niederlagen am Stück gab es nie. Zuletzt machte die Mannschaft in ihrer Entwicklung noch einmal einen Schritt nach vorne.
Ab Mitte Januar siegten die Berner Oberländer fünfmal in Folge. Erst im letzten Spiel der Regular Season gegen Frauenfeld folgte wieder einmal eine Niederlage.
Die Zahlenspiele vor dem Duell
Thun-Coach Daniel Steiner wird zu Beginn des Viertelfinals beinahe aus dem vollen Schöpfen können. Fast alle Spieler stehen dem Headcoach zur Verfügung. Im Tor dürfen die Oberländer auf zwei hervorragende Goalies zählen.
Sowohl Routinier Küenzi als auch Youngster Graf liegen statistisch über dem Durchschnitt aller MHL-Torhüter. Graf liegt mit nur 1.91 Gegentoren pro Spiel gar auf Rang eins nach der Qualifikation.

Eine weitere Waffe der Kyburgstädter ist in dieser Saison das Powerplay. Über 23 Prozent der Überzahlsituationen nutzt der EHC Thun aus. Ligaweit ist nur Franches-Montagnes noch besser. Dübendorf folgt mit rund 21 Prozent Effizienz im Powerplay nur knapp dahinter.
Im Vorteil scheinen die Zürcher zu sein, wenn man die Boxplays vergleicht. In 84 Prozent der Unterzahlsituationen halten die Dübendorfer dicht, die Thuner in rund 79 Prozent.
Das Zünglein an der Waage könnte die Defensivarbeit bei Fünf-gegen-fünf spielen. Der EHC Thun hat in der Qualifikation lediglich 43 Gegentore kassiert, wenn beide Teams vollzählig waren. Das ist Liga-Bestwert! Der EHCD hat im Vergleich dazu 75 Gegentore bei Gleichzahl erhalten.
Routiniers sind die Aushängeschilder in Dübendorf
Zu den Aushängeschildern des EHC Dübendorf gehört Dominik Hardmeier. Der Captain und Topscorer hat in der Qualifikation 33 Punkte gesammelt. In der Verteidigung bauen die Zürcher auf die erfahrenen Lars Spillmann und Fabian Ganz. Letzterer hat über 15 Jahre in der Swiss League bei verschiedenen Vereinen gespielt.
Ansonsten ist das Team gespickt mit Spielern, welche die ZSC-Lions-Pyramide durchlaufen haben. Einen Bezug zum Berner Oberland hat Mitja Kallen. Der 22-jährige Adelbodner spielt bereits seine dritte Saison in der KEB im Chreis in Dübendorf.

Spannend wird auch das Duell an der Bande sein. Reto Stirnimann ist seit 2017 beim EHC Dübendorf als Headcoach engagiert. Bis 2015 stand noch ein gewisser Christoph Schenk an der Bande der Zürcher.
Gleich in seiner ersten Saison gewann Stirnimann mit «Dübi» den Meistertitel in der Gründungsspielzeit der MyHockey League (damals MySports League). Nach dem Abstieg in die 1. Liga im Jahr 2023 schaffte er ein Jahr später den direkten Wiederaufstieg.
Beide Headcoaches waren einst Teamkollegen
Als Spieler wurde der gebürtige Davoser 2000 und 2001 mit den ZSC Lions Schweizer Meister. Von 2005 bis 2007 spielte er zwei Jahre lang mit Thun-Coach Steiner zusammen beim «Zett».
Steiner ist seit 2022 beim EHC Thun. Er beerbte vor vier Jahren Christoph Schenk, einen der Vorgänger Stirnimann’s bei Dübendorf.
Sowohl für Steiner als auch für Stirnimann werden es die letzten Wochen mit ihren derzeitigen Mannschaften sein. Denn das ist die nächste Parallele: Beide werden nach den Playoffs eine neue Herausforderung annehmen.

EHC Thun startet am Samstag mit einem Heimspiel
Beide verdienten Headcoaches werden mit ihren Teams alles daransetzen, dass die Saison noch lange dauert. Los geht es am Samstag, 21. Februar um 20 Uhr im Grabengut in Thun.
Am Dienstag darauf steigt Spiel zwei in Dübendorf. Das dritte Duell folgt am Donnerstag, 26. Februar in Thun.
Die weiteren Spiele finden – falls nötig – am Samstag, 28. Februar und Dienstag, 3. März statt.
Gespielt wird im Modus «Best-of-5». Wer zuerst drei Spiele gewonnen hat, zieht in den Halbfinal ein und darf weiter vom Pokal träumen.













