Union Berlin kann sich nicht mit der Nullnummer gegen Schalke und der verpassten Tabellenführung aufhalten. Ajax Amsterdam und der FC Bayern warten. Und Trainer Fischer hat noch was zu feiern.
Schalkes Alex Kral (r) im Zweikampf mit dem Unioner Sven Michel.
Schalkes Alex Kral (r) im Zweikampf mit dem Unioner Sven Michel. - Andreas Gora/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Aussicht auf eine Geburtstagsparty mit seiner Familie liess Urs Fischer wieder lächeln.

Die verpasste Tabellenführung mit dem 1. FC Union Berlin wurmte den Trainer der Eisernen nämlich doch.

«Logisch hätten wir dieses Spiel gerne gewonnen», sagte der Schweizer nach dem hart erarbeiteten 0:0 gegen Schlusslicht Schalke 04. Als Verfolger am kommenden Sonntag zum Top-Spiel bei Spitzenreiter Bayern München zu reisen, entspricht zwar eher dem Naturell der Eisernen als ewiger Underdog, aber Fischer hätte Platz eins in der Fussball-Bundesliga natürlich gerne mitgenommen.

Das pragmatische Fischer-Fazit nach 90 zähen Minuten gegen die Nullnummer-Experten aus dem Pott lautete also: «Nicht beklagen, nimm den Punkt mit, es ist einer mehr auf dem Konto». 43 hat Union, so viele wie die Münchner nach 21 Spieltagen. Fischer muss ohnehin aufpassen, dass er im Top-Spiel-Reigen der Eisernen nicht durcheinander kommt.

Union schon am Donnerstag gegen Ajax gefordert

Am Donnerstag geht es in der Europa League nach dem 0:0 im Hinspiel gegen Ajax Amsterdam mit einer realistischen Chance auf den Einzug ins Achtelfinale. «Schnellstmöglich» müsse man «regenerieren» ist Fischers Standardvokabular in der Terminhatz.

Regenerieren. Und Geburtstag feiern. Fischer wird am Montag 57. Und wenn ihm die Mannschaft schon keinen Sieg schenkte, so freute er sich vor seinem Jubeltag über Besuch aus der Heimat. «Schön ist, meine Familie ist da, also ist es doch ein bisschen speziell», sagte Fischer.

Ablenken dürfen die Feierlichkeiten zu Beginn der Ajax- und Bayern-Woche aber nicht. «Es ist ja nicht der erste Geburtstag, ich habe eine gewisse Routine», relativierte der Erfolgscoach die Party-Erwartungen. Ganz weit weg ist für Fischer das Pokal-Viertelfinale bei Eintracht Frankfurt, das Minuten nach dem Abpfiff ausgelost wurde. «Tolles Spiel», raunte Fischer.

Schalke stellt Liga-Rekord auf

Eine gewisse Routine hat Gegner Schalke mit torlosen Spielen. Das vierte 0:0 in Serie war ein Ergebnis-Novum in der Bundesliga. Zu wenig für Aufbruchstimmung im Abstiegskampf. Aber die Konsolidierung der Knappen geht weiter. «Wir sind auf einem guten Weg. Man sieht, dass hier etwas entstanden ist», sagte Trainer Thomas Reis, beklagte aber die anhaltende Schwäche in der Offensive.

Die Ausgangslage im Abstiegskampf konnten die Gäste nicht wesentlich verbessern. Die sichere Tabellenregion ist immer noch Minimum sechs Punkte entfernt. «Wir dürfen nicht vergessen, wir haben gegen den Tabellenzweiten gespielt. Das ist ein Zusatzpunkt, mit dem keiner gerechnet hat», sagte Torwart Ralf Fährmann.

Zwei Serien setzten sich durch das Remis fort: Schalke wartet seit nun 38 Spielen auf einen Auswärtssieg, Union ist seit mehr als einem Jahr und nun 16 Spielen zu Hause in der Liga unbesiegt.

Union abwartend und kontrolliert

Die Zuschauer sahen im Stadion an der Alten Försterei typischen Union-Fussball. Abwarten, kontrollieren. Nicht unbedingt schön, aber so solide, dass die Konkurrenz sich an die Eisernen ganz weit oben im Tableau längst gewöhnt hat.

Reis hatte nach den drei zur Beruhigung beitragenden Nullnummern vergeblich auf mehr Effektivität in der Offensive gehofft. Keine einzige Torchance gab es in der ersten Halbzeit. Da konnte es also auch mit der erhofften Effektivität nicht klappen. Union hielt sich auch zurück. Danilho Doekhi (23.) kam zu einem Schuss nach einer Freistossflanke. Rani Khedira (39.) versuchte es recht zaghaft aus der Distanz.

Die Nullnummer half letztlich weder Union noch Schalke. Also gingen beide nach der Pause mehr ins Risiko. Mehr Strafraumpräsenz war die Folge – und Schalke dabei sogar noch aktiver. Grössere Gefahr gab es für das Union-Tor aber nicht. Fischer brachte noch seine Topstürmer Becker und Jordan Siebatcheu. Der sonst so typische Lucky Punch gelang diesmal nicht mehr. Lächeln konnte Fischer später aber doch noch.

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