Winzer warnt: So gefährlich ist für uns die SVP-Initiative

Cédric Guillod
Cédric Guillod

Mont-Vully,

Cédric Guillod ist Gemeinderat von Mont-Vully und Winzer. Er äussert sich in seinem Gastbeitrag zur SVP-Initiative.

Cédric Guillod
Gemeinderat in Mont-Vully: Cédric Guillod. - zVg

Als Winzer in Praz im Kanton Freiburg, nahe dem Seeland, und Leiter eines bald hundertjährigen Familienbetriebs warne ich vor den gravierenden Folgen der sogenannten Chaos-Initiative der SVP, über die wir am 14. Juni abstimmen.

Sie bedroht direkt, was wir uns über Generationen aufgebaut haben und was Landwirte, Gemüsebauern und Viehzüchter täglich in der Schweiz leisten.

Die Ausgangslage ist klar: Diese Initiative würde uns Arbeitskräfte entziehen, die wir nicht ersetzen können. Schon heute fehlt es in Weinbergen, auf Feldern und in Ställen an qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden.

Die Personenfreizügigkeit ermöglicht es uns, diese unverzichtbaren Arbeitskräfte zu gewinnen. Ohne sie wird aus einer Herausforderung eine Sackgasse.

Arbeiter ernten Trauben auf einem Weingut nahe Flanthey VS.
Cédric Guillod: «Ein Weinberg wartet nicht darauf, dass ein Formular genehmigt wird.» (Symbolbild) - keystone

Wer weiterhin Schweizer Wein trinken, Gemüse aus dem Seeland essen oder Aprikosen aus dem Wallis geniessen will, sollte wissen: Unsere Landwirtschaft ist auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen.

Fallen sie weg, sinkt die Produktion, steigen die Kosten – und die Importe nehmen zu. Mehr Abhängigkeit, mehr Transporte. Ist das wirklich der gewünschte Weg? Ich glaube es nicht.

Die Initiative ist extrem. Sie fordert einen starren Bevölkerungsdeckel und führt faktisch zurück zum Kontingentsystem. Ein bürokratisches Ungeheuer, das wir bereits kennen.

Landwirtschaftliche Betriebe werden dabei oft als Letzte berücksichtigt, und die administrativen Fristen passen nicht zum Rhythmus der Jahreszeiten.

usa
Guillod: «Unsere Landwirtschaft ist auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. (Symbolbild) - keystone

Ein Weinberg wartet nicht darauf, dass ein Formular genehmigt wird. Die Initiative sagt übrigens auch nicht, welche Sektoren auf welche Arbeitskräfte verzichten müssten, noch wie die Verluste ausgeglichen werden sollen.

Es herrscht seitens der SVP Schweigen über die konkreten Folgen dieser Initiative. Diese Initiative löst keine Probleme, sondern schafft eine Vielzahl neuer.

Sie gefährdet die bilateralen Abkommen mit der EU und damit zentrale Grundlagen unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Für Betriebe wie meinen ist die Personenfreizügigkeit entscheidend, um die Ernte rechtzeitig einzubringen.

Am 14. Juni stimme ich deshalb Nein. Für uns Winzer und Landwirte ist diese Initiative eine zusätzliche Bedrohung für unsere Zukunft.

Zum Autor

Cédric Guillod ist Gemeinderat (parteilos) im freiburgischen Mont-Vully und Winzer.

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Kommentare

User #5384 (nicht angemeldet)

Wir haben genug Arbeitslose welche ihn unterstützen können während der Rebenernte

User #3485 (nicht angemeldet)

Wenn es so weitergeht, wird auch letzte Weinberg zu Bauland.

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