Dienstleistungen

St. Galler Massenstart zu digitalen Dienstleistungen

Im Kanton St. Gallen wird für die Online-Steuererklärungen neu die Installation einer App sowie ein E-Login verlangt. Weit über hunderttausend St. Gallerinnen und St. Galler dürften sich registrieren lassen. Die Auskünfte dazu gibt es vom St. Galler Staatssekretär.

Rund 140'000 St. Gallerinnen und St. Galler reichen die Steuererklärung elektronisch ein. Neu brauchen sie dafür ein E-Login. A(Archivbild)
Rund 140'000 St. Gallerinnen und St. Galler reichen die Steuererklärung elektronisch ein. Neu brauchen sie dafür ein E-Login. A(Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die Ankündigung kam letzte Woche: Wer die Steuererklärung weiterhin online ausfüllen will, muss sich für das neue E-Login des Kantons anmelden. Dafür braucht es unter anderem die App «AGOV Access» auf dem Smartphone und es muss eine zweistufige Authentifizierung eingerichtet werden. Das Verfahren funktioniert wie beim E-Banking.

Das neue St. Galler E-Login ist der Startpunkt für alle möglichen staatlichen Dienstleistungen, die Kanton und Gemeinden bereits jetzt anbieten oder bald aufschalten werden. In der Verwaltung gibt es aber nur wenige Themen, die so viele St. Gallerinnen und St. Galler betreffen, wie die Steuererklärung. Erstmals müssen sich damit grosse Teile der Bevölkerung für digitale Angebote registrieren lassen.

Nur: Wie sicher ist die Lösung mit dem E-Login, wo gibt es Unterstützungen, wenn es mit der Installation der App nicht klappt, und welche digitalen Dienstleistungen kommen als Nächstes? Die Fragen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beantwortet der St. Galler Staatssekretär Benedikt van Spyk.

Was sind die Erwartungen: Wie viele Personen werden sich in den nächsten Wochen für das E-Login registrieren?

Benedikt van Spyk: «Wir gehen davon aus, dass die St. Gallerinnen und St. Galler, die bereits bisher eine elektronische Steuererklärung eingereicht haben, diese Möglichkeit auch weiterhin nutzen wollen. Dann sprechen wir von rund 140'000 Personen. Das wären 45 Prozent aller Steuerpflichtigen.»

Gibt es bereits erste Rückmeldungen aus der Bevölkerung?

«Aktuell zählen wir etwas über 10'000 Registrierungen. Das heisst für uns, dass das System funktioniert und stabil läuft. Es zeigt sich aber auch, dass die Installation der App und das Einrichten des E-Logins eine gewisse Herausforderung darstellen kann.

Pro Tag treffen rund 200 Fragen beim Support ein. Meistens geht es um Basisfragen, etwa darum, wo die App heruntergeladen werden kann. Ein Thema ist auch die Kompatibilität des Browsers. Dort braucht es die aktuelle Version. Wir empfehlen Chrome, Edge oder Safari.

Es melden sich auch St. Gallerinnen und St. Galler mit Fragen, welche die Möglichkeiten des telefonischen Supports sprengen, etwa wenn es um das grundsätzliche Handling des PC geht. Wir empfehlen ihnen, den Schalter der Wohngemeinde aufzusuchen. Dort ist man darauf vorbereitet, dass auch Leute vorbeikommen könnten, die den Laptop mitnehmen. Ich finde es super, dass die Gemeinden da mitziehen.»

Es gibt bald die E-ID, auf vielen Smartphones sind die Swiss-ID-App oder Authenticator-Apps von Microsoft oder Google installiert. Wieso müssen die St. Gallerinnen und St. Galler mit AGOV Access eine weitere App herunterladen?

«Die erste E-ID-Abstimmung war für mich ein klares Signal: Für die Identifikation von Bürgerinnen und Bürgern gegenüber dem Staat wird eine staatliche Lösung erwartet. Daher kamen Apps von privaten Anbietern wie Microsoft, Google oder auch die SwissID-App, die von privaten Firmen aus der Schweiz stammt, für uns nicht infrage.

Wir setzen auf die AGOV-Lösung, die vom Bund entwickelt wurde und die für die Behördendienste des Bundes zur Verfügung steht. Wir setzen also auf eine staatliche Login-Lösung. Es ist auch keine St. Galler Entwicklung, sondern eine, die sich in der Schweiz breit etabliert hat und von verschiedenen Kantonen genutzt wird.

Anders ist es beim E-Login, mit dem die AGOV ergänzt wird. Dieser Zusatz wird vom Kanton St. Gallen von der Elca Informatik AG bezogen. Es handelt sich an sich um eine Eigenentwicklung. AGOV wie auch das E-Login wurden einem sogenannten «Public-Bug-Bounty» unterzogen, also einem öffentlichen Testverfahren, bei dem weltweit Hacker testen können, ob es Schwachstellen gibt.»

Welches sind die populärsten Serviceleistungen, die im Kanton St. Gallen bald mit dem E-Login verknüpft sind oder es bald sein werden?

«Neben der Steuererklärung ist es das E-Collecting, das digitale Sammeln von Unterschriften für Initiativen oder Referenden, das bald kommt. Die Stipendien wären ein weiteres Thema, das viele Personen betrifft. Das E-Login wird künftig bei allen Services im Kanton St. Gallen zum Einsatz kommen.»

Wird es immer einen Zugang zu staatlichen Dienstleistungen geben, der nicht digital ist und für den es kein Smartphone braucht?

«Es kommt bald eine Vorlage ins Parlament, die das digitale Verwaltungsverfahren regelt. Ganz klar ist, dass es kein digital only geben wird. Dafür ist die Akzeptanz nicht da. Ich glaube, das ist im Moment auch richtig so. Die Verwaltung bleibt damit auch analog erreichbar.

Das bedeutet aber auch, dass die Verwaltung immer beide Wege anbieten muss. Das schränkt natürlich die Möglichkeiten für grosse Effizienzgewinne ein. Wir können nicht wie eine Versicherung ankündigen, wir fokussieren uns auf die Jungen und bieten nur noch eine Online-Versicherung an. Das funktioniert bei uns nicht.»

Kommentare

User #1065 (nicht angemeldet)

Endlich einmal eine in der Schweiz gehostete Lösung mit Eigenentwicklung statt immer den Amis die Kohle in den Mund zu schieben.

User #4412 (nicht angemeldet)

Ein Androidgeschwür kaufen zu müssen, um am politischen Prozess teilzuhaben grenzt an Nötigung !

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