Warum schafften es Opfer nicht aus dem Bus? – Unklar
Tragödie im Freiburger Seeland: Ein Postauto geht in Flammen auf, sechs Personen kommen ums Leben. Jetzt informieren die Behörden über den Stand der Dinge.

Das Wichtigste in Kürze
- In Kerzers FR sterben am Dienstagabend sechs Menschen, zwei werden schwer verletzt.
- Eine Person hatte wohl mutwillig in einem Postauto Feuer entfacht.
- Am Mittwochnachmittag treten die Behörden vor die Medien.
Gut zwei Monate nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana wird die Schweiz mit einer neuen Tragödie konfrontiert.
In Kerzers FR – einem Dorf zwischen Bern und Murten FR – sterben am Dienstagabend sechs Personen, als ein Postauto in Flammen aufgeht. Fünf Personen werden verletzt, darunter ein Helfer.
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Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer mutwillig gelegt wurde. Augenzeugen berichten, ein Mann habe Benzin ausgeleert und sich angezündet.
Nun informieren die Behörden in Granges-Paccot FR zum Stand der Dinge.
Im Ticker auf Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden:
Unklar, ob mutmasslicher Täter unter Opfern
14.28: Damit ist die Pressekonferenz beendet. Besten Dank fürs Mitlesen!
14.28: Ob der Buschauffeur zu den Opfern gehört, kann die Polizei derzeit nicht sagen. Zunächst sollen die Angehörigen der Opfer informiert werden, bevor weitere Angaben gemacht werden.
14.27: Einige Zeugen hätten angegeben, dass sich der Mann im Bus suspekt, aber nicht auffällig verhalten habe. Weitere Angaben dazu könne man derzeit noch nicht machen.
14.26: Warum hat sich das Feuer so schnell ausgebreitet? Der kantonale Inspektor erklärt, dass offenbar viel Brennstoff und Sauerstoff vorhanden gewesen seien. Dadurch hätten sich die Flammen rasch ausgebreitet. Weitere Details seien derzeit noch nicht bekannt.
«Die Türen sind aufgegangen»
14.25: Auf die Frage, ob der Chauffeur die Türen geöffnet habe, erklärt Polizeikommandant Philippe Allain: «Die Türen sind aufgegangen.»
Wo sich die Person befand, die das Feuer ausgelöst hat, sei jedoch noch unklar. «Dazu können wir derzeit noch nichts Genaueres sagen.» Auch die Funktionsweise des Busses werde derzeit noch untersucht.
14.24: Der Polizeikommandant erklärt, dass die Personen im Bus zwischen 1961 und 2009 geboren wurden. Der mutmassliche Täter sei etwa 60 Jahre alt. Weitere Untersuchungen seien derzeit noch im Gange.
«Eher im medizinischen Bereich bekannt als bei der Strafverfolgung»
14.23: Zum mutmasslichen Täter erklärt Staatsanwalt Raphaël Bourquin, dass es sich um eine Person handle, die noch nicht formell identifiziert worden sei. Offenbar habe sie ein randständiges Leben geführt und psychische Probleme gehabt.
«Sie ist eher im medizinischen Bereich bekannt als bei der Strafverfolgung», sagt Bourquin. Die Person sei 60 Jahre alt.
14.22: Auf die Frage, ob die Videos der Überwachungskameras gesichert werden konnten, erklärt Staatsratspräsident Philippe Demierre, dass man derzeit dabei sei, die Aufnahmen aller verfügbaren Kameras sicherzustellen, darunter auch Überwachungskameras.
Zudem würden zahlreiche Videos zirkulieren, die zunächst gesichtet und ausgewertet werden müssten.
Überwachungskameras werden ausgewertet
14.21: Auf die Frage, warum die Opfer nicht aus dem Bus fliehen konnten, erklärt Polizeikommandant Philippe Allain:
«Die genauen Umstände des Vorfalls sind derzeit noch nicht bekannt. Wir werten aktuell die Aufnahmen der Überwachungskameras aus, um dazu verlässliche Informationen liefern zu können.»
14.20: Nun dürfen die anwesenden Medienvertreterinnen und -vertreter Fragen stellen.
«Einsatzkräfte haben ausserordentliche Arbeit geleistet»
14.19: Staatsratspräsident Philippe Demierre erklärt, dass die Opfer unmittelbar versorgt worden seien. «Eine solche Situation hat nicht nur physische, sondern auch psychische Folgen, die oft noch lange anhalten», sagt er.
Die betroffenen Familien würden Unterstützung erhalten, sofern sie dies wünschen. Zudem könnten Augenzeugen und Betroffene am Nachmittag in die Seelandhalle kommen, um dort psychologische Betreuung in Anspruch zu nehmen.
Mutmasslicher Täter lebte «am Rand der Gesellschaft»
14.17: Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin ergreift das Wort. «Die Polizei und alle Einsatzkräfte haben ausserordentliche Arbeit geleistet», sagt er zu Beginn. Gleichzeitig ruft er mögliche Zeugen auf, sich zu melden.
Die Polizei habe den Leichen DNA-Proben entnommen, um die Opfer zu identifizieren. Anschliessend werde die Gerichtsmedizin Autopsien durchführen. Bourquin schildert zudem den bisherigen Ermittlungsstand zum Tathergang.
Demnach sei ein im Kanton Bern wohnhafter Mann in den Bus eingestiegen und habe sich mit Benzin übergossen. Das Motiv sei derzeit noch unklar.
«Er wird als eine Person beschrieben, die am Rande der Gesellschaft lebte und gestört war», sagt Bourquin. Die Ermittler durchforsten nun auch soziale Medien, um mögliche Hinweise zur Tat zu finden.
Mutmasslicher Täter galt als vermisst
14.15: In einer Medienmitteilung nennt die Kantonspolizei weitere Einzelheiten: Demnach sei die Person, die den Brand ausgelöst haben soll, gegen 17.45 Uhr in Düdingen in den Bus eingestiegen.
Rund 40 Minuten später, um 18.25 Uhr, habe sie sich in Kerzers selbst in Brand gesetzt, worauf sich das Feuer auf den gesamten Bus ausbreitete.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Täter allein gehandelt haben.
Zudem teilt die Polizei mit, dass die Person die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt und im Kanton Bern wohnhaft ist. Sie galt als vermisst und war von ihrer Familie als vermisst gemeldet worden.
Mann zündete sich laut Aussagen selbst an
14.13: Anschliessend ergreift der Vertreter der Staatsanwaltschaft das Wort. Er erklärt, dass er wenige Minuten nach der Tragödie informiert worden sei und ab 20.30 Uhr die Koordination übernommen habe. Eine Strafuntersuchung sei inzwischen eröffnet worden.
Zu den Ermittlungen sagt er, dass derzeit nach weiteren Zeugen gesucht werde. Einige Personen seien bereits befragt und auch Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet worden. Weitere Zeugen werden weiterhin gebeten, sich zu melden.
Die Kriminalpolizei habe zudem DNA-Proben von den Leichen genommen, um die Opfer zu identifizieren. Danach sollen Autopsien durchgeführt werden.
Nach Aussage eines Zeugen sei ein Mann aus dem Kanton Bern in den Bus gestiegen und habe sich selbst angezündet. Diese Person gehöre offenbar zu den Todesopfern. Seine Identität sei jedoch noch nicht geklärt.
«Gestern hat sich eine Tragödie ereignet»
14.10: Polizeikommandant Philippe Allain erklärt: «Gestern hat sich eine Tragödie ereignet. Ein grosser Rettungseinsatz war notwendig.»
Allain schildert anschliessend den Ablauf des Einsatzes. Von Beginn an sei eine Ermittlungszelle eingerichtet worden, um zu klären, welche Personen betroffen waren.
Zunächst müssten jedoch die Angehörigen informiert werden, bevor Angaben zu den Verstorbenen veröffentlicht werden könnten. Dies solle noch im Laufe des Nachmittags geschehen, so Allain.
14.07: Laut Spicher standen zehn Ambulanzen, ein Helikopter der Rega sowie weitere Einsatzmittel im Einsatz. Auch psychologische Betreuung wurde hinzugezogen.
Fünf Personen wurden verletzt, zwei davon leicht. Die Rettungskette habe sehr gut funktioniert. Auch Spicher dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz.
«Es ist ein düsterer Tag für unseren Kanton»
14.06: Auch Staatsrat Romain Collaud spricht den Angehörigen sein Beileid aus. «Es ist ein düsterer Tag für unseren Kanton», sagt er und dankt den Rettungskräften, die weiterhin im Einsatz stehen.
Nun gehe es vor allem darum, die Opfer zu identifizieren und die Ursache des Vorfalls zu klären.
14.05: Staatsratspräsident Philippe Demierre spricht zu Beginn der Medienkonferenz den Angehörigen sein herzliches Beileid aus. «Wir alle hier sind zutiefst betroffen und möchten den Familien und Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aussprechen.»
Weiter erklärt er: «Wir sind uns bewusst, dass dieses Ereignis viele Fragen aufwirft. Wir werden mit Ihnen die Informationen teilen, die wir bereits haben.»
Medienkonferenz startet
14.00 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt.
Anwesend sind: Staatsratspräsident Philippe Demierre, Staatsrat Romain Collaud, Christoph Wieland, Oberamtmann des Seebezirks, Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin, Polizeikommandant Philippe Allain sowie Manuela Spicher, Leiterin der Sanitätszentrale 144 Freiburg-Jura.












