Michèle Schmid (SP): «Inklusion kann funktionieren»

Michèle Schmid
Michèle Schmid

Region Zug,

Die integrative Schule steht vor Herausforderungen. SP-Kantonsrätin Michèle Schmid zeigt in ihrem Gastbeitrag, was es braucht, damit Inklusion gelingen kann.

Mich?le Schmid SPP
Die Zuger SP-Kantonsrätin Michèle Schmid. - zVg

Mit dem neuen Schuljahr beginnt für viele Kinder ein neuer Abschnitt. Für die Schulen bedeutet der Schulstart auch, mit einer Vielfältigkeit umzugehen. Besonders die integrative Schule steht dabei im Fokus.

Sie soll Kindern mit unterschiedlichen Voraussetzungen ermöglichen, gemeinsam zu lernen. Ich bin überzeugt: Inklusion ist der richtige Weg – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Eine aktuelle Umfrage des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) zeigt die Herausforderung: Die Lehrerschaft ist bei der integrativen Schule gespalten.

Laut LCH-Präsidentin Dagmar Rösler richtet sich die Kritik jedoch nicht grundsätzlich gegen die Idee der Integration, sondern vor allem gegen deren Umsetzung. Wo genügend Unterstützung vorhanden ist, wird sie positiver beurteilt.

Schule Schweiz
Die integrative Schule sieht vor, dass alle Kinder in Regelklassen unterrichtet werden. (Symbolbild) - keystone

Genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt: Nicht die Inklusion ist das Problem, sondern ein System, das mit zu wenig Ressourcen zu viel leisten soll.

In einem Klassenzimmer treffen unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Bedürfnisse und Fähigkeiten aufeinander. Lehrpersonen sollen dabei jedem Kind gerecht werden. Das gelingt nicht einfach nebenbei.

Deshalb müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden. Dazu gehören genügend Lektionen für die schulische Heilpädagogik (SHP). Unterstützung darf nicht erst erfolgen, wenn Probleme entstehen.

Schulen brauchen genügend Ressourcen und Flexibilität, um Kinder gezielt zu fördern. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit. Inklusion kann keine Lehrperson alleine bewältigen.

Findest du die integrative Schule sinnvoll?

Lehrpersonen und SHP brauchen Zeit für gemeinsame Planung und Absprachen. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist zentral. Sie kennen ihr Kind am besten und müssen zwingend miteinbezogen werden.

Inklusion bedeutet für mich zudem nicht, dass jedes Kind jederzeit dasselbe Angebot erhalten muss. Flexible Lösungen, kleinere Gruppen oder zusätzliche Förderangebote können sinnvoll sein. Sie sind keine Ausgrenzung, sondern geben Kindern die Unterstützung, die sie benötigen.

Zur Autorin

Michèle Schmid (*1993) ist Zuger Kantonsrätin für die SP.

Die Frage sollte deshalb nicht sein, ob wir Inklusion wollen, sondern was es braucht, damit sie gelingt. Wenn die Politik eine inklusive Schule will, muss sie auch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.

Ich bin der Meinung: Eine inklusive Schule kann gelingen. Dafür müssen wir Kindern und Lehrpersonen die nötige Unterstützung, Zeit und Ressourcen geben. So wird Inklusion zu einer echten Chance für alle.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.

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Kommentare

User #5683 (nicht angemeldet)

Wenn die Dame nicht selbst Pädagogin ist, dann soll sie andere Lösungen finden. Integrative Schule, so wie sie jetzt ist, hilft niemandem. Auch mehr Ressourcen nützen nichts, da die Mehraufwendungen unrealistisch sind Zuden weiss man gar nicht, ob mehr Input wirklich diesen aktuellen Zustand löst oder noch mehr Probleme verursacht. Typisch Links eben, von deb wirklichen Problemen keine zufriedenstellenden Lösungen, hauptsache die Staatskasse unnötig mehr belasten und Steuern rauf.

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