Kanton Zug rüstet sich für trockene Zeiten
170 Millionen Franken sollen in Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur investiert werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Zug rüstet sich für trockene Zeiten: Der Kanton investiert 170 Millionen Franken in seine Wasserinfrastruktur.
- Ein neues Seewasserwerk am Zugersee, bessere Verbindungen zwischen den Wasserversorgungen und Investitionen ins Abwasser sollen die Versorgung für kommende Generationen sichern.
Der Kanton Zug stellt die Weichen für die Wasserversorgung der kommenden Jahrzehnte. Mit einem Rahmenkredit von 170 Millionen Franken sollen Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur erneuert, ausgebaut und langfristig gesichert werden.
Der entsprechende Beschluss des Kantonsrats ist am 1. September 2026 in Kraft getreten. Noch verfügt Zug über genügend Trinkwasser. Doch die komfortable Situation könnte sich in Zukunft verändern.
Eine im Jahr 2023 erarbeitete kantonsweite Wasserversorgungsplanung zeigt, dass bereits in rund 20 Jahren Engpässe möglich sind – insbesondere dann, wenn der Wasserverbrauch hoch ist und gleichzeitig eine längere oder ausgeprägte Trockenperiode herrscht.
Damit es gar nicht erst zu einer Mangellage kommt, will der Kanton frühzeitig investieren. Die Infrastruktur soll mit dem erwarteten Bevölkerungswachstum Schritt halten und gleichzeitig besser auf extreme Wetterlagen vorbereitet werden.
Mehr Wasser aus dem See
Eine zentrale Rolle bei der künftigen Trinkwasserversorgung soll das Seewasser spielen. Die kantonale Planung kommt zum Schluss, dass langfristig zusätzliches Trinkwasser bereitgestellt werden muss.

In den Zuger und Ägerer Seen steht grundsätzlich genügend Wasser zur Verfügung, das nach entsprechender Aufbereitung als Trinkwasser genutzt werden kann. Im Ägerital ist ein Seewasserwerk bereits heute in Betrieb. Bis 2040 soll ein weiteres Werk am Zugersee entstehen.
Vorgesehen ist der Standort im Gebiet Oberwil bei Zug. Damit soll eine zusätzliche, leistungsfähige Quelle für die Trinkwasserversorgung des Kantons geschaffen werden. Doch nicht nur die Gewinnung von Trinkwasser soll ausgebaut werden.
Auch die Vernetzung der einzelnen Wasserversorgungen ist Teil der Strategie. Verbindungsleitungen zwischen den Gemeinden sollen verstärkt und erweitert werden. So könnte Wasser künftig je nach Bedarf über Gemeindegrenzen hinweg dorthin geleitet werden, wo es gerade benötigt wird.
Das erhöht die Versorgungssicherheit insbesondere in aussergewöhnlichen Situationen. Wenn beispielsweise eine Region wegen Trockenheit oder eines technischen Problems weniger Wasser zur Verfügung hat, können andere Versorgungen aushelfen.
Für die Umsetzung seiner Wasserstrategie hat der Kantonsrat bereits im Frühling 2026 einen Rahmenkredit von insgesamt 170 Millionen Franken bewilligt. Davon sind 60 Millionen Franken für den Ausbau der regional bedeutenden Trinkwasserversorgung vorgesehen.
Weitere 110 Millionen Franken fliessen in die Sanierung und den Betrieb der Abwasserentsorgung. Der Kredit ist auf eine Laufzeit von 25 Jahren ausgelegt. Finanziert werden soll er aus den zusätzlichen Einnahmen, die dem Kanton Zug künftig aus der OECD-Mindeststeuer zufliessen.
Sollten diese Mehreinnahmen nicht ausreichen, wird der verbleibende Betrag über die Erfolgsrechnung des Kantons finanziert. Mit dem Kredit will Zug nicht nur neue Anlagen bauen, sondern auch bestehende Infrastruktur erhalten und modernisieren.
Denn eine zuverlässige Wasserversorgung endet nicht bei der Gewinnung von Trinkwasser. Ebenso wichtig ist, dass Abwasser sicher gesammelt, transportiert und gereinigt werden kann.
Vorsorge statt Engpass
Die Investitionen sind damit auch eine Vorsorgemassnahme. Die kantonale Planung betrachtet einen Zeitraum von 50 Jahren und berücksichtigt neben dem erwarteten Bevölkerungswachstum auch mögliche Veränderungen beim Wetter.
Längere Trockenperioden könnten künftig häufiger oder ausgeprägter auftreten und damit die Wasserressourcen stärker beanspruchen. Heute besteht im Kanton Zug noch kein akuter Mangel. Gerade deshalb soll jetzt gehandelt werden.
Der Ausbau der Infrastruktur braucht Zeit und lässt sich nicht erst dann realisieren, wenn eine Mangellage bereits eingetreten ist. Für die Bevölkerung soll sich die langfristige Planung vor allem in einer zuverlässigen Versorgung bemerkbar machen: genügend Trinkwasser in guter Qualität und eine funktionierende Abwasserentsorgung.
Gleichzeitig sollen die Investitionen dazu beitragen, die Kosten für diese Leistungen langfristig auf einem moderaten Niveau zu halten. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt bei der Baudirektion. Der Kantonsratsbeschluss ist am 1. September 2026 in Kraft getreten, nachdem die Referendumsfrist unbenutzt abgelaufen war.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Zuger Woche» erschienen.








