Lärm-Bedenken: «Es muss ein F-35 auch mal in Meiringen starten»

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

Die Gemeinden rund um den Flugplatz Meiringen wollen wissen, wie laut die Starts eines F-35 werden können. Eine Frage im Nationalrat soll Klarheit schaffen.

Thomas Knutti
Nationalrat Thomas Knutti (SVP/BE) spricht in einer Debatte im September 2024. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Meiringen zweifelt an den Lärmwerten für den F-35-Kampfjet.
  • Der Berner SVP-Nationalrat Thomas Knutti hat deshalb eine Frage beim VBS deponiert.
  • Ziel wäre, dass eine F-35 auch in Meiringen für Lärmmessungen startet.

Rund um den Flugplatz Meiringen ist man skeptisch: Wie laut ist nun so ein F-35-Kampfjet wirklich? Denn das scheint alles andere als klar zu sein – insbesondere dann, wenn er mit Nachbrenner startet.

Bis jetzt weiss man nur, dass ein F-35 lauter als ein F/A-18 ist, aber dass es weniger Flugbewegungen geben soll.

In der eine Begleitgruppe der Gemeinden, die an den Flugplatz angrenzen, sitzt als einer der Politikvertreter auch SVP-Nationalrat Thomas Knutti. Er hat für die Fragestunde am nächsten Montag eine Frage zum F-35 eingereicht.

Dem BärnerBär sagt er im Interview, um was es den Betroffenen vor Ort wirklich geht: Es soll ein F-35 in Meiringen landen – und vor allem starten.

F-35 Start
Eine F-35 startet vom Flugplatz Emmen, im März 2022. - VBS/DDPS / Sam Bosshard

BärnerBär: Man fühlt sich in der Begleitgruppe vom VBS nicht ernst genommen?

Thomas Knutti: Ja, es ist natürlich relativ viel falsch gelaufen, schon bei der Aufgleisung des F-35. Ich spreche hier auch die damalige Bundesrätin Amherd an, die man mehrmals für ein Gespräch angefragt hat.

Das hat leider nicht stattgefunden. Wir werden nun sicher versuchen, das Gespräch mit Bundesrat Martin Pfister aufzunehmen, sodass man die kritischen Punkte bereinigen könnte.

F/A-18 Axalp Meiringen
Ganz schön nah und ganz schön laut: Eine F/A-18 im Vorbeiflug während der Flugshow auf der Axalp bei Meiringen BE, am 18. Oktober 2023. - keystone

BärnerBär: Geht es primär um Bedenken wegen des Lärms oder um grundsätzliche Bedenken bezüglich der F-35-Beschaffung?

Knutti: Wenn man in Meiringen weiterhin Flugbewegungen machen will – das ist wichtig und richtig für die Sicherheit in unserem Land, aber auch für die rund 200 Arbeitsplätze in der Region – dann muss man mit der Bevölkerung ehrlich und transparent umgehen.

Das ist meine Motivation hier: Ich bin grundsätzlich dafür, dass man in Meiringen startet, aber man muss die Bevölkerung abholen und transparent informieren können.

Flugplatz Meiringen Brienzersee
Der Flugplatz Meiringen mit dem Brienzersee im Hintergrund. - VBS/DDPS / Alexander Kühni

BärnerBär: Es gibt aber die Lärmmesswerte vom Flugplatz in Payerne?

Knutti: Das ist richtig, aber das ist auch unser Kritikpunkt. Man kann nicht einfach sagen, die Messwerte von Payerne gelten auch in Meiringen. Das kann man nicht so runterbrechen.

Wir sind in Meiringen in einem engen Tal. Dort gibt es extrem viel mehr Lärmbelastung, weil es links und rechts mehr oder weniger Felsen hat. Deshalb verlangen wir von der Begleitgruppe ganz klar, dass ein F-35 auch mal in Meiringen startet.

Wir sind bis jetzt immer vertröstet worden: Das sei gar nicht möglich, einen Flieger zu organisieren. Aber in Payerne konnte man diese Testflüge auch machen und die Lärmbelastung messen. Hier, wo es viel heikler ist und die Bevölkerung viel kritischer als in Payerne, müsste man dies auch noch tun.

Kommentare

User #5658 (nicht angemeldet)

Mir wäre es lieber gewesen, wenn sie Europäische Kampf Jetz Gekauft hätten, dann wären auch die Bestandteile viel näher! ☝️☝️

User #2533 (nicht angemeldet)

Keine Flieger,kein Lärm! Ganz einfach und jede Menge Geld für IV und AHV!

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