Parlament

522 Personen wollen ins 120-köpfige Bündner Parlament

Keystone-SDA Regional
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Chur,

Die Auswahl bei den Bündner Parlamentswahlen ist am 14. Juni so gross wie noch nie. 522 Personen auf sechs Listen treten an. Am meisten Sitze muss die Mitte verteidigen.

Am 14. Juni wird das Bündner Parlament neu gewählt.
Am 14. Juni wird das Bündner Parlament neu gewählt. - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Zum zweiten Mal wählt Graubünden am 14. Juni sein Parlament mit dem neuen Doppelproporz-Wahlsystem. Die Umstellung von Majorz auf Proporz führte 2022 zu grösseren Sitzverschiebungen. Die grosse Gewinnerin war damals die SVP, die statt 9 deren 25 Sitze im Bündner Parlament einnahm. Massiv Sitze eingebüsst hatten hingegen die Mitte (-19, neu 34 Sitze) und die FDP (-9, neu 27 Sitze). Die SP-Fraktion hält aktuell zusammen mit den Grünen 27 Sitze, die GLP deren 7.

Bei den Wahlen 2026 treten die Grünen, die sich bisher der SP-Fraktion angeschlossen hatten, nun erstmals auf einer eigenen Liste an. Keystone-SDA hat bei den sechs Parteien nachgefragt, welche Ziele sie anpeilen und mit welchen Themen sie im Wahlkampf punkten wollen.

Mitte will stärkste Fraktion bleiben

Die Mitte-Fraktion möchte gemäss Präsident Kevin Brunold die stärkste Kraft im Parlament bleiben. Mit den aktuellen 34 Sitzen sei man sehr zufrieden. Die Mitte setzt sich für eine Sicherung der dezentralen Gesundheitsversorgung ein. Ausserdem will sie die Abwanderung aus den peripheren Regionen mit guten Bildungsangeboten, attraktiven Arbeitsplätzen und familienfreundlichen Rahmenbedingungen vermeiden. Mit gezielten Förderprogrammen, dem Ausbau der wirtschaftlich wichtigen Infrastruktur, einer starken Fachkräfteausbildung und dem Abbau unnötiger Bürokratie will sie die Bündner Wirtschaft voranbringen und die Arbeitsplätze sichern.

SVP möchte fünf Sitze dazugewinnen

Die SVP strebt gemäss Parteipräsident Roman Hug fünf Sitzgewinne an – von heute 25 auf 30 Sitze. Sie möchte bei der Wählerschaft mit der Stärkung der regionalen Wirtschaft und einem Bürokratieabbau punkten. «Wir wollen schnellere Bewilligungsverfahren und weniger Regulierung, damit unsere KMU wieder Luft haben», so Hug. Ausserdem bleibe der Wolf ein zentrales Thema. Hier setze man sich für eine konsequente Grossraubtierregulierung ein. Ausserdem wolle die SVP sich für die Sicherheit im öffentlichen Raum stark machen – etwa mit der konsequenten Ausschaffung schwer krimineller Ausländerinnen und Ausländer.

FDP will Ergebnis bestätigen

Wie FDP-Präsident Maurizio Michael erklärt, möchte die FDP das Ergebnis der Wahlen 2022 bestätigen und die 27 Sitze mindestens halten. Er sieht für den Kanton verschiedene Herausforderungen, welche die FDP anpacken will. Er nennt den Wohnungsmangel und die Schwierigkeit, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Ausserdem müssten die Folgen der demografischen Entwicklung – etwa im Arbeitsbereich – angepackt werden. Schliesslich nennt er die Beibehaltung einer angemessenen Steuerbelastung als Priorität.

SP strebt mindestens 25 Sitze an

Die SP tritt anders als 2022 bei den Wahlen nicht mehr zusammen mit den Grünen an. Damals holte man gemeinschaftlich 27 Sitze (zwei davon die Grünen). Die Sozialdemokraten wollen nun mindestens die eigenen 25 Sitze halten. Die Partei möchte sich gemäss Parteisekretär Joshua Wada für bezahlbaren Wohnraum, eine gute dezentrale Gesundheitsversorgung, konsequenten Klimaschutz und eine echte Gleichstellung einsetzen.

GLP: Sieben Sitze halten oder ausbauen

Die GLP weist aktuell sieben Sitze im Parlament auf. Diese möchte man mindestens halten, wie Präsidentin Géraldine Danuser erklärt. Die GLP will sich insbesondere für eine konsequente Energiewende, attraktive Rahmenbedingungen für Familien und Unternehmen sowie eine liberale und moderne Gesellschaftspolitik einsetzen.

Die Grünen möchten Fraktionsstärke erlangen

Die Grünen wagen anders als im Jahr 2022 den Alleingang. Gemäss Präsidentin Anita Mazzetta möchte man bei den diesjährigen Wahlen Fraktionsstärke – fünf Sitze – erreichen. Die Grünen sehen die Umsetzung des Aktionsplans Green Deal – ein Impulsprogramm zur Förderung von Klimaschutz und Klimaanpassung – als zentral an. Daneben setzen sie sich für die Förderung des öffentlichen Verkehrs ein. Die Grünen möchten ausserdem den Zugang zu einer qualitativ guten Grundversorgung für die Menschen in allen Regionen sicherstellen.

Kommentare

User #4101 (nicht angemeldet)

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