Gericht

Weiteres Gericht hält Verkürzung von Genesenenstatus durch RKI für rechtswidrig

AFP
AFP

Deutschland,

Das Verwaltungsgericht Berlin stuft die Verkürzung des Genesenenstatus auf 90 Tage durch das Robert-Koch-Institut (RKI) als rechtswidrig ein.

Justitia
Justitia - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Verwaltungsgericht Berlin verlängert vorläufig Status für zwei Kläger.

Über die Dauer des Genesenenstatus müsse die Bundesregierung selbst entscheiden, erklärte das Gericht am Donnerstag. Es entschied im Eilverfahren, dass die Klägerin und der Kläger nach ihrer Corona-Infektion im Oktober vorläufig für sechs Monate als genesen gelten. Andere Gerichte hatten bereits ähnlich entschieden.

Für andere Menschen als die Klägerin und den Kläger gilt die Entscheidung aus Berlin aber nicht, sie müssen selbst vor Gericht ziehen. Das Verwaltungsgericht erklärte, es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die entsprechende Vorschrift rechtswidrig sei. Darum müsse es aktuell nicht entscheiden, ob die Verkürzung auf ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe oder hinreichend begründet sei. Gegen den Beschluss kann noch eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

Zuvor hatten bereits die Verwaltungsgerichte in Osnabrück, Hamburg und Ansbach in Bayern ähnlichen Eilanträgen stattgegeben, das Dresdner Verwaltungsgericht lehnte einen solchen dagegen ab. Anders als im Berliner Fall wandten sich die Antragsteller in diesen vier Fällen nicht gegen die Bundesregierung selbst, sondern gegen die Behörden vor Ort oder die Landesverordnungen.

Das Robert-Koch-Institut war erst mit einer Mitte Januar in Kraft getretenen Verordnung ermächtigt worden, darüber zu entscheiden, wer in der Pandemie unter welchen Umständen und für wie lange als genesen gilt. Am Mittwoch wurde aber beschlossen, die Entscheidung über die Dauer des Genesenenstatus wieder dem Bundesgesundheitsministerium zu überlassen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

Donald Trump
1'551 Interaktionen
Iran-Krieg
walser kolumne
5 Interaktionen
Mirjam Walser

MEHR IN POLITIK

WTO
3 Interaktionen
Bern
israel justizreform
22 Interaktionen
Bern
2 Interaktionen
London

MEHR GERICHT

Collien Fernandes
23 Interaktionen
Fake-Porno-Skandal
1 Interaktionen
Zürich
5 Interaktionen
Jerusalem
5 Interaktionen
Wegen Behördenfehler

MEHR AUS DEUTSCHLAND

airbus lufthansa
9 Interaktionen
Frankfurt/Main
10 Interaktionen
Berlin