AfD

    Politiker warnen vor AfD-Teilnahme an Sicherheitskonferenz

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    Deutschland,

    Politiker verschiedener Parteien schlagen Alarm. Sie warnen vor erheblichen Risiken durch die Teilnahme der AfD an der Münchner Sicherheitskonferenz.

    Münchner Sicherheitskonferenz afd Politiker
    Politiker des demokratischen Spektrums kritisieren die mögliche Teilnahme der in Teilen gesichert rechtsextremen AfD an der Münchner Sicherheitskonferenz. (Archivbild) - Keystone

    Seit der Ankündigung, dass AfD-Vertreter zur Münchner Sicherheitskonferenz (Siko) eingeladen werden, wächst die Sorge unter deutschen Politikerinnen und Politikern.

    Laut «Tagesschau» warnten mehrere Sicherheitspolitiker vor einer Unterwanderung sensibler Gespräche durch mögliche Kontakte der Partei zu Russland und China.

    Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte laut «Spiegel», die Sicherheitslage werde «laufend überprüft und an die aktuelle Bedrohungslage angepasst». Auch der Verfassungsschutz beobachte weiterhin Aktivitäten der AfD in mehreren Bundesländern, in denen sie als rechtsextrem eingestuft ist.

    Politiker hält Teilnahme für «völlig unvertretbar»

    Laut der «Süddeutsche Zeitung» kritisierten mehrere frühere und amtierende Politiker in Briefen an die MSC-Leitung die Zulassung der AfD kritisiert. Besonders im Fokus stünden laut Bericht Verbindungen einzelner Funktionäre zu russischen Akteuren, gegen die teils Ermittlungen liefen.

    Fraktion Bundestag Politiker
    Die AfD-Fraktion während einer Aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag zum Thema «Verhältnis der AfD zu Russland» im November. (Archivbild) - Keystone

    Nach Informationen der «Tagesschau» haben Sicherheitspolitiker aus SPD, Grünen, CDU und FDP eindringlich vor der Teilnahme von AfD-Vertretern gewarnt.

    SPD-Innenpolitiker Sebastian Hartmann bezeichne es als «völlig unvertretbar», Vertreter einer vom Verfassungsschutz beobachteten Partei zu einer sicherheitspolitischen Konferenz einzuladen.

    Sorge um internationales Vertrauen

    CDU-Aussenpolitiker Norbert Röttgen betonte gegenüber der «FAZ», die Teilnahme der AfD gefährde «das internationale Vertrauen in Deutschlands sicherheitspolitische Seriosität». Auch weitere Vertreter der Union warnten laut «Süddeutscher Zeitung» vor möglichen Spionagerisiken auf der Konferenz.

    Tweet CSU Sicherheitskonferenz Politiker
    Auch Politiker der konservativen CSU warnen vor einem erheblichen Sicherheitsrisiko. - x.com/@csu_bt

    Grünen-Sprecherin Irene Mihalic sagte laut «Spiegel», die AfD stehe «in Teilen eindeutig in Nähe zu autoritären Regimen». Entsprechend dürfe sie «keinen Raum auf sicherheitspolitischen Bühnen» erhalten.

    Ähnlich äusserte sich laut «ZDF heute» FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie erklärte, der offene Umgang der AfD mit Kreml-nahen Organisationen sei «eine ernsthafte Gefahr für die sicherheitspolitische Integrität Deutschlands».

    NATO-Warnung vor «unzuverlässigen» Akteuren

    Die Münchner Sicherheitskonferenz selbst teilte laut «ARD» mit, man wolle den «vielfältigen politischen Diskurs» abbilden, solange «sicherheitsrelevante Bedenken» geprüft würden. Dieser Entscheid stosse bei westlichen Partnern jedoch auf Unverständnis, wie «Politico Europe» meldet.

    afd Wahlliste Europa Politiker
    Immer wieder machen Politiker der AfD mit ihrer Nähe zu Russland Schlagzeilen. (Symbolbild) - Keystone

    Laut «Reuters» warnen Experten aus NATO-Kreisen, dass vertrauliche Gespräche über Sicherheitsstrategien gefährdet sein könnten, falls unzuverlässige Akteure teilnehmen. Zugleich betonte das Auswärtige Amt, Deutschland stehe zu seiner Verantwortung, die sicherheitspolitische Integrität der Konferenz zu schützen.

    Nach Informationen von «ZDF heute» soll in den kommenden Tagen entschieden werden, ob die Einladung der AfD-Vertreter formell bestehen bleibt. Bis dahin halten viele Politiker die Situation für «eine ernste Belastungsprobe für die Glaubwürdigkeit deutscher Sicherheitspolitik».

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