Ex-Geheimdienstler im Libanon vermisst - vom Mossad entführt?

Keystone-SDA
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Bern,

Zwei Wochen nach dem spurlosen Verschwinden eines ehemaligen libanesischen Geheimdienstoffiziers erhärtet sich der Verdacht, dass der Mann von Israel entführt worden sein könnte. Eine als zuverlässig geltende libanesische Justizquelle sagte der Deutschen Presse-Agentur, laufende Ermittlungen hätten bisher ergeben, dass er offenbar vom israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad gekidnappt worden sei. Dazu gab es aber keine offizielle Mitteilung im Libanon. Auch Israel hat sich bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäussert.

ARCHIV - Eine Mauer, Teil der Grenze zum Libanon, im Norden Israels. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa/Symbolbild
ARCHIV - Eine Mauer, Teil der Grenze zum Libanon, im Norden Israels. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa/Symbolbild - Keystone/AP/Ariel Schalit

Es gebe Kommunikationsdaten sowie Aufnahmen von Überwachungskameras, die zeigten, dass der Libanese zu einem Treffen in ein Gebiet nahe der Stadt Sahla im Osten des Libanon und dann in ein Auto gelockt wurde, hiess es aus den Justizkreisen. Das Auto sei später am internationalen Flughafen Beirut gesichtet worden. Zwei Personen sollen beteiligt gewesen sein, einer von ihnen, ein schwedischer Staatsbürger, habe kurz darauf den Libanon verlassen.

Auch die in London erscheinende arabische Zeitung «Asharq Al-Awsat» schrieb unter Berufung auf libanesische Sicherheits- und Justizbehörden von «hochwertigen Ermittlungsergebnissen, die den Fall klar in die Kategorie einer koordinierten Geheimdienstoperation einordnen». Laut libanesischen Ermittlungen hatte der Mann mit einer Person mit schwedischer Telefonnummer kommuniziert.

Der Bruder des nun verschwundenen Ex-Geheimdienstoffiziers soll mit dem Fall des israelischen Luftwaffen-Navigators Ron Arad in Verbindung stehen, der 1986 über dem Südlibanon abgeschossen und von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen wurde. Israel sucht bis heute Informationen über Arads Schicksal. Ein anderer Libanese, der Amal-Anführer Mustafa Dirani, der Arad an die Iraner «verkauft» haben soll, war 1994 von Israel aus seinem Haus entführt worden. Zehn Jahre später kam Dirani im Rahmen eines Gefangenenaustauschs wieder frei.

Die libanesische Zeitung «L'Orient-Le Jour» berichtete, eine verdächtige Person in dem Fall des nun vermissten Ex-Geheimdienstlers habe sich am Samstag der Polizei gestellt. Der Mann soll ein Treffen mit dem Verschwundenen bei Sahla organisiert haben. Er sei in den Libanon zurückgekehrt, um «seine Unschuld zu beweisen».

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Kommentare

User #2195 (nicht angemeldet)

Die kochen Ihre eigene Duppe und drehen es, wie es gerade nötig ist!

edelweisz

Mit Auslandsoperationen ausserhalb der USA beschäftigen sich tausende von Privaten und Militärs im Auslandsdienst. ‘Central Intelligence Agency’ mit geschätzten 7’000 Field Operator, “Defense Intelligence Agency” mit ca. 8’000 und ‘National Security Agency’ mit ca. 4’000, ‘Special Activities Center’ ca. 1'000, “Global Response Staff” mit ca. 500 Agenten. Dazu kommt ‘Department of Homeland Security’ mit schätzungsweise 3’000 und die privaten ‘Contractors’ mit ca. 15’000 bis 20'000 (!) dazu. Es ist davon auszugehen, dass sich aktuell ca. 150 US-Geheimdienstler, legal unter diplomatischer Tarnung und illegal als Geschäftsleute, in der Schweiz aufhalten. Seitens des israelischen Mossad ist davon auszugehen, dass sich eine kleine, hochspezialisierte Anzahl von Agenten regelmässig in der CH aufhalten. Und die arbeiten alle nicht für unser Wohl.

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