Klimawandel

    Urteil: Niederlande müssen Karibik-Insel vor Klimawandel schützen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Niederlande,

    Die Niederlande haben in einem Klimaverfahren eine schwere Schlappe erlitten. Der Staat hat nach dem Urteil die Einwohner seiner Karibikinsel Bonaire nicht genügend vor den Folgen des Klimawandels geschützt.

    ARCHIV - Blick auf Kralendijk, den Hauptort von Bonaire. Foto: Roswitha Bruder-Pasewald/dpa-tmn
    ARCHIV - Blick auf Kralendijk, den Hauptort von Bonaire. Foto: Roswitha Bruder-Pasewald/dpa-tmn - Keystone/dpa-tmn/Roswitha Bruder-Pasewald

    Die Richter in Den Haag gaben damit einer Klage der Umweltschutzorganisation Greenpeace recht. Diese hatte im Namen der Einwohner der Insel den Staat verklagt und Klimaschutz für die Insel gefordert.

    Die Niederlande müssen nun nach dem Urteil bis 2030 adäquate Massnahmen zum Schutz der Karibikinsel und der Einwohner ergreifen. Nach Ansicht von Experten können die viel Geld kosten.

    Die Richter bezogen sich ausdrücklich auf ein Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes von 2024, dass ein Staat verpflichtet sei, Leben und Gesundheit seiner Bürger zu schützen. Die Niederlande hätten das nicht getan und damit auch gegen das Diskriminierungsverbot verstossen. Denn die Einwohner von Bonaire waren dem Urteil zufolge anders behandelt worden als die Niederländer auf dem europäischen Festland.

    Bonaire gehört zu den niederländischen Antillen in der Karibik und ist eine besondere Kommune der Niederlande. Die Insel hat rund 25.000 Einwohner.

    Die Richter wiesen darauf hin, dass die Folgen des Klimawandels für kleine Inseln wie Bonaire schon seit 30 Jahren bekannt seien. Der Meeresspiegel steigt und bedroht Fischerei, Landwirtschaft und Natur. Korallenriffe sterben ab, durch die zunehmende Hitze geht der Tourismus zurück und nimmt die Armut zu.

    Greenpeace hatte in der Klage auch gefordert, dass die Niederlande zu strengeren Klimaschutzzielen verpflichtet werden. Das wies das Gericht ab. Doch die Niederlande wurden verpflichtet, mehr zu tun, um den Ausstoss der klimaschädlichen Treibhausgase zu reduzieren.

    Es ist nicht die erste Niederlage des niederländischen Staats in einem Klima-Prozess. 2018 gab das Berufungsgericht der Umweltorganisation Urgenda recht und verpflichtete das Land dazu, seine CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens ein Viertel zu reduzieren.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4168 (nicht angemeldet)

    Was für ein Witz. Inselbewohner verbrauchen viel mehr Erdöl als Bewohner auf dem Festland und jetzt klagen alle.

    User #1515 (nicht angemeldet)

    Selber schuld. Hätten sie die Insel früh genug in die Unabhängigkeit geschickt, wäre das nicht passiert.

    Weiterlesen

    Jeff Bezos KI
    81 Interaktionen
    Keine Doppelverdiener
    Künstliche Intelligenz und die Gesundheitskosten
    56 Interaktionen
    Brisant

    MEHR IN POLITIK

    Warschau/Nürtingen/Berlin
    EU
    1 Interaktionen
    Berlin
    Pflanzenschutzmittel
    1 Interaktionen
    Zu langsam

    MEHR KLIMAWANDEL

    wälder
    144 Interaktionen
    Klimawandel
    steinmeier
    6 Interaktionen
    Steinmeier
    SVP-Bundesrat
    415 Interaktionen
    «Reizwörter»
    asd  sf
    8 Interaktionen
    Experte warnt

    MEHR AUS NIEDERLANDE

    Königstag in den Niederlanden
    10 Interaktionen
    Leiden
    Israel
    33 Interaktionen
    Den Haag
    Jürgen Klopp DFB Bundestrainer
    56 Interaktionen
    1:1 gegen Holland