Aufatmen in Ceuta: Trotz Netz-Aufrufen kein neuer Ansturm

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Spanien,

Der befürchtete neue Massenansturm auf Ceuta ist ausgeblieben. Grund war ein massiv verstärktes Sicherheitsaufgebot.

Ceuta
Vor rund zwei Wochen versuchten Migranten illegal nach Ceuta zu kommen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein befürchteter neuer Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta blieb aus.
  • Marokko und Spanien hatten die Grenzsicherung massiv verstärkt.
  • Ende Juli waren dort noch bis zu 80'000 Migranten angekommen.

Online kursierten Aufrufe, wie Ende Juli erneut in Massen die Grenze zu überwinden. Die Lage blieb am Wochenende trotzdem ruhig.

Rund 300 Migranten wurden nahe der Grenzstadt Fnideq gestoppt. Das berichteten Medien unter Berufung auf marokkanische Behörden. Diese Zahl ist aber Alltag.

ceuta
Zehntausende Migranten strömten vor zwei Wochen nach Ceuta. Fast alle wurden zurück nach Marokko gebracht. - keystone

Die Zeitung «El Mundo» bilanzierte: Das Regime von König Mohammed VI. habe ein derart massives Sicherheitsaufgebot aufgefahren. Entsprechend hätten «so wenige Maghrebiner wie seit langem nicht mehr versucht, nach Spanien zu gelangen».

Grosse Erleichterung in der Exklave

Die Erleichterung in Ceuta war gross. «Die Exklave atmete am Samstag auf», berichteten «El Correo» und andere spanische Medien unisono. Eine ältere Anwohnerin sagte im Fernsehen: «Uns fällt ein Stein vom Herzen. Viele hier hatten grosse Angst, dass sich das Chaos wiederholt.»

Ende Juli waren Schätzungen zufolge bis zu 80'000 Migranten nach Ceuta gelangt. Die meisten kehrten kurz darauf wieder nach Marokko zurück.

Ceuta
Ceuta ist von der Massenflucht regelrecht überfordert. - keystone

Auch ein dpa-Reporter vor Ort bestätigte den Eindruck einer entspannten Lage. Im Stadtzentrum sei so etwas wie heile Welt: «Man sieht nur gelegentlich Polizei und Militär, die patrouillieren.» Nur in den Aussenbezirken seien grössere Gruppen junger Migranten zu sehen gewesen.

Marokko mit Grossaufgebot im Einsatz

Marokkanische Sicherheitskräfte waren mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Betroffen waren die Region um Ceuta sowie die Grenze zur zweiten spanischen Exklave Melilla. Mögliche Grenzübertritte wurden bereits weit vor der Grenze verhindert.

Nach Angaben marokkanischer Sicherheitskreise wurden 294 Menschen festgenommen, darunter 248 aus Ländern südlich der Sahara sowie 46 Marokkaner.

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Nach Ceuta begannen die Migranten in die Exklave Melilla zu gelangen. - keystone

Mindestens 61 weitere Personen wurden festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, in sozialen Netzwerken zu irregulärer Migration aufgerufen oder diese gefördert zu haben.

In Fnideq errichtete Marokko laut RTVE zusätzliche Sperren aus Stacheldraht und Nato-Draht. Patrouillenboote überwachten die Küste, Wasserwerfer standen bereit. Auch Spanien hatte die Sicherheitsvorkehrungen deutlich erhöht.

In Ceuta sind inzwischen 880 Beamte der Nationalpolizei im Einsatz, 270 mehr als Ende Juli. Unterstützt werden sie von rund 2000 Soldaten und mehr als 700 Beamten der Guardia Civil.

Marokko als zentraler Akteur

Der ausgebliebene Ansturm unterstreicht laut Sicherheitskreisen die zentrale Rolle Marokkos. Das Land kontrolliert massgeblich die irreguläre Migration Richtung Europa. «Das zeigt, dass Rabat irreguläre Migration stoppen kann, wenn es das will», zitierte «El País» einen ranghohen Polizeibeamten.

Der Ansturm Ende Juli gilt als beispiellos. Vor allem am 30. Juli waren Zehntausende Migranten meist schwimmend nach Ceuta gelangt.

Was soll Spanien in Ceuta konkret unternehmen?

Nach der jüngsten offiziellen Mitteilung Madrids wurden im Meer 83 Leichen geborgen. Nichtregierungsorganisationen schätzen die Zahl der Todesopfer auf weit über hundert.

Die meisten Ankömmlinge kehrten laut spanischer Regierung innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zurück. Nach Angaben von Innenminister Grande-Marlaska halten sich derzeit noch rund 5000 Migranten in Ceuta auf.

Es werde noch etwas Zeit dauern, bis die Exklave wieder vollständig zur Normalität zurückkehre, räumte er ein.

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