Hitze: Junge landen wegen Alkohol und Sport auf Notfall
Die anhaltende Hitze setzt nicht nur älteren Menschen zu. Auch junge, sportliche Personen landen im Spital – oft wegen Alkohol, Drogen oder Sport.

Das Wichtigste in Kürze
- Basel verzeichnet mit 45 Hitzetagen einen neuen Rekord.
- Mehrere Spitäler melden deutlich mehr Notfälle wegen Kreislaufproblemen und Dehydrierung.
- Auch junge, sportlich aktive Menschen landen wegen der Hitze im Spital.
Hitze gilt gemeinhin als Problem für ältere Menschen. Doch: Immer häufiger behandeln Spitäler auch junge, eigentlich gesunde Personen.
Grund sind oft sportliche Aktivitäten bei grosser Hitze. Auch der Konsum von Alkohol oder anderen Substanzen belastet den Kreislauf zusätzlich.
Basel mit Hitzerekord
Basel zählte in diesem Jahr bereits 45 Hitzetage mit 30 Grad oder mehr. Das ist ein neuer Rekord für die Stadt. Damit sticht Basel nördlich der Alpen besonders hervor. Wie in der SRF-«Tagesschau» berichtet wird, spüren die Spitäler das deutlich.

Im Vergleich zum Vorjahr behandeln sie mehr Patientinnen und Patienten. Das gilt sowohl stationär als auch in der Notaufnahme. Diese stösst dadurch zeitweise an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Zentrum stehen Kreislaufprobleme, Hitzeerschöpfungen und Dehydrierungen.
Caroline Johnson, Mediensprecherin des Universitätsspitals Basel, betont gegenüber SRF: «Es sind vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, die uns Sorgen machen. Selten sind es auch jüngere Menschen, die Sport machen oder Alkohol und Substanzen konsumieren, die bei uns behandelt werden müssen.»
Zwischen Mitte Juni und Anfang August zählte man rund 7500 hitzeassoziierte Notfälle im Basler Unispital.
Anstieg ist auch in Zürich, Luzern, Bern und Baden spürbar
Bereits Anfang Woche berichtete der «Tages-Anzeiger» von einem Anstieg. Deutlich mehr Herz-Kreislauf-Notfälle meldete das Universitätsspital Zürich. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich derzeit auch in Luzern, Bern und Baden.
Auffällig ist ein wiederkehrendes Muster im Tagesverlauf. Morgens ist es auf den Notfallstationen meist ruhig. Ab dem Nachmittag steigt der Patientenandrang spürbar an.
Omar Gisler vom Kantonsspital Baden sagte gegenüber der SRF: «Unsere Leute haben nicht mehr gewusst, wo helfen und wo wehren.»
In dieser Ausprägung habe man das in anderen Jahren nicht erlebt. Zudem erschwere die Hitze die Personalplanung.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nennt unter anderem anstrengende körperliche Aktivität bei Hitze als Risikofaktor, unabhängig vom Alter. Das dürfte erklären, warum auch junge, sportlich aktive Menschen betroffen sein können.
Wer laut dem BAG besonders gefährdet ist
Als Hauptrisikogruppen nennt das BAG in erster Linie Personen über 75 Jahre sowie Kleinkinder und Säuglinge. Auch Schwangere gehören dazu. Menschen mit Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Nierenerkrankungen sind ebenfalls stärker gefährdet.
Das Gleiche gilt für Diabetes oder Übergewicht. Ein höheres Risiko tragen zudem Personen, die entwässernde oder blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.
So schützt man sich
Das BAG rät, Hitzewarnungen ernst zu nehmen. Sportliche Aktivitäten sollten in kühlere Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Wichtig ist ausreichendes Trinken, auch ohne Durstgefühl.

Bei Schwindel, Übelkeit oder starker Müdigkeit hilft ein kühler Ort. Wer sich hinlegt und den Körper kühlt, kann die Beschwerden lindern. Zusätzlich helfen Wasser oder ein elektrolythaltiges Getränk.
Bessert sich der Zustand nicht rasch, sollte man handeln. Dann braucht es unverzüglich ärztliche Hilfe oder die Nummer 144.













