Knapp 1000 Uiguren haben am Donnerstag in Istanbul gegen den Besuch des chinesischen Aussenministers Wang Ji in der Türkei protestiert.
Uiguren mit Flaggen ihres selbsterklärten Staates Ost-Turkestan
Uiguren mit Flaggen ihres selbsterklärten Staates Ost-Turkestan - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Der chinesische Aussenminister besucht aktuell die Türkei.
  • Rund eintausend Uiguren haben deshalb in Istanbul protestiert.

Knapp eintausend Uiguren haben am Donnerstag in der Nähe des chinesischen Generalkonsulats in Istanbul gegen den Besuch des chinesischen Aussenministers Wang Ji in der Türkei protestiert.

Die Demonstranten riefen: «China muss den Genozid stoppen!» und «Das faschistische China muss die Lager schliessen!» Die Uiguren, eine muslimische und Minderheit mit einer Turksprache, stammen aus der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas.

50'000 Uiguren in der Türkei

Mehrere Nichtregierungsorganisationen und Regierungen werfen China vor, die Uiguren zu unterdrücken und in Lagern einzusperren. Die Führung in Peking spricht von «Zentren für berufliche Ausbildung».

Rund 50'000 Uiguren fanden in der Türkei Zuflucht vor der Verfolgung in China. Sie befürchten, dass sie von der türkischen Regierung auf der Grundlage eines Vertrages von 2017 an China ausgeliefert werden könnten.

Heimliche Auslieferungen?

Die Türkei setzt im Kampf gegen die Corona-Pandemie das brasilianisch-chinesische Vakzin CoronaVac ein. Wang wurde in Ankara von seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu empfangen und sollte später auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammentreffen.

Die türkische Regierung versicherte mehrfach, sie werde keine Uiguren nach China ausliefern, aber mehrere Flüchtlinge und Vereinigungen werfen Ankara vor, solche Auslieferungen heimlich dennoch vorgenommen zu haben.

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