So reagiert Europa auf die Wahl in Sachsen-Anhalt
Die Wahl in Sachsen-Anhalt sorgt international für Erschütterung. Medien weltweit berichten von einem politischen Beben.

Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat international für Aufsehen gesorgt wie selten eine deutsche Landtagswahl.
Das AfD-Rekordergebnis macht weltweit Schlagzeilen und wirft Fragen über Europas Zukunft auf.
Merz im Zentrum der Kritik
Die britische «The Times» wertet das Ergebnis als persönliche Demütigung für Friedrich Merz, schreibt der «Tagesspiegel». Ihm sei geraten worden, den Wahlkampf zu meiden, damit seine Unbeliebtheit der AfD keinen Auftrieb gibt.
Laut «The Times» hat sich der Stimmenanteil der CDU gegenüber der Landtagswahl 2021 halbiert. Einige in der CDU würden nun nach Verantwortlichen suchen.
Die «BBC» betont, seit dem Zweiten Weltkrieg hat noch nie eine Rechtsaussenpartei in Deutschland die Kontrolle über ein Bundesland übernommen. Eine Regierungsbeteiligung brächte weitreichende Befugnisse in Polizei, Bildung und Kultur mit sich, so die Zeitung laut «ZDFheute».
Historische Dimension der Wahl in Sachsen-Anhalt
Die spanische Zeitung «El País» schreibt laut dem «Tagesspiegel» über den überwältigenden Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Dieser werde das demokratische Lager zwingen, seine Strategien der vergangenen Jahre zu überdenken.
Die Zeitung betont zudem, dass «alles, was einst feststand, zerfällt». Viele der einstigen Instrumente zur Eindämmung des Rechtspopulismus gälten als nutzlos oder gar kontraproduktiv.
Die italienische «La Repubblica» sieht das mögliche Alleinregieren der AfD als die erste rechtsextreme Regierung seit 1945 in Deutschland. Die Wahl hat nach Einschätzung des Blatts damit eine historische Dimension.
Wahl als Zeichen für Europa
Die französische «Le Monde» wertet das Ergebnis als schwere Niederlage für Friedrich Merz und seine CDU, schreibt «Die Zeit». AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund habe Merz eine schwere Niederlage zugefügt, obwohl dieser ihren Aufstieg eindämmen wollte.

Die belgische «De Tijd» schreibt, die AfD habe von der Frustration über eine schwächelnde Wirtschaft und steigende Energiepreise profitiert. Sie habe mit Forderungen nach einem Migrationsstopp und einer Wiederannäherung an Russland gepunktet, berichtet «T-Online».
Der polnische «Rzeczpospolita» schreibt laut dem «Tagesspiegel», Sachsen-Anhalt habe in aufgebauschter Form gezeigt, was viele Deutsche quäle: Sie vertrauten der politischen Klasse nicht mehr und seien besorgt über den sinkenden Lebensstandard.
















