Selenskyj nennt laxe Sanktionen Grund für russische Angriffe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj führt russische Angriffe auf Umgehung von Sanktionen zurück und fordert strengere Kontrollen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj macht die mangelnde Durchsetzung von Sanktionen für die anhaltenden russischen Angriffe verantwortlich.
In der vergangenen Woche setzte Russland 1770 Kampfdrohnen sowie 86 Raketen gegen die Ukraine ein, berichtet «swissinfo.ch».
Jede dieser Waffen enthalte mindestens 60 ausländische Bauteile, die Moskau trotz Sanktionen erhalte, schrieb der Ukraine-Präsident auf Telegram. Das Umgehungsschema sei bekannt und müsse gestoppt werden.
Verbindung zum Krieg im Nahen Osten
Selenskyj verwies laut «swissinfo.ch» auch auf den Krieg im Nahen Osten, wo der Iran mit Drohnenangriffen agiere.
Da die Welt nicht genügend Ressourcen für Flugabwehr in Europa und dem Nahen Osten habe, sei es umso wichtiger.
Den Russen müsse die Möglichkeit genommen werden, Raketen in ihren Fabriken herzustellen, forderte der Präsident. Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine.
Selenskyj äussert Kritik an US-Sanktionslockerungen
Selenskyj kritisierte die US-Entscheidung zur befristeten Lockerung von Sanktionen gegen russisches Öl scharf. Der Schritt bringe Russland rund zehn Milliarden Dollar ein, berichtet «L'essentiel».
Dies helfe «auf keinen Fall dem Frieden», so Selenskyj. Die Lockerung ermögliche Russland nur, noch mehr Drohnen zu produzieren.
Diese würden nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Nahen Osten gegen US-Soldaten eingesetzt. Die befristete Ausnahme soll laut US-Finanzminister Scott Bessent bis zum 11. April gelten.
Unterstützung aus Deutschland
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner besuchte Kiew und übermittelte die Solidarität Deutschlands im fünften Kriegsjahr. Persönlich finde sie es wichtig, dass Russland nicht belohnt werde für sein Handeln, schreibt der «Stern».
Selenskyj hatte zuvor erklärt, eine Lockerung der Sanktionen würde die Aggression anerkennen. Das wäre «absolut ungerecht», sagte er.

Themen des Gesprächs waren auch die deutsch-ukrainische Kooperation bei militärischen Drohnen, berichtet «L'essentiel». Zudem wurden Pläne für eine grössere Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Energieversorgung besprochen.












