Mitten im Krieg: Selenskyj kündigt Reform der Armee an
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mitten im Krieg mit Russland Reformen in der Armee angekündigt. «Ich habe die Aufgabe gestellt, die Soldzahlungen spürbar zu erhöhen», teilte der Staatschef bei Telegram mit. Dabei sollen vor allem die Zahlungen bei Kampfeinsätzen erhöht und entsprechende Erfahrungen stärker berücksichtigt werden. Der Sold im Hinterland soll um fast 50 Prozent auf umgerechnet knapp 400 Euro steigen. Für Kampfeinsätze von Infanteristen stellte er mehr als eine Verdreifachung der bisherigen Frontzuschläge von etwas über 1.900 Euro in Aussicht.

Wie die erhöhten Ausgaben finanziert werden sollen, erklärte Selenskyj nicht. Im April hatte die Europäische Union allerdings einen Kredit über 90 Milliarden Euro freigegeben. Medienberichten zufolge kann Kiew mit dem Geld nun erstmals direkt die Armee finanzieren.
Zum angekündigten Reformpaket gehört demnach ebenso ein stärkerer Einsatz befristeter Verträge. Schon in diesem Jahr sollen bereits Eingezogene schrittweise aus dem Wehrdienst ausscheiden können.
Zugleich kursieren in sozialen Netzwerken weiterhin täglich neue Videos von gewaltsamen Zwangsmobilisierungen. Selenskyj hatte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bereits Mitte Januar bei seinem Amtsantritt beauftragt, die «Bussifizierung» genannten Zwangsrekrutierungen zu beenden. Ein Grossteil der Zwangsmobilisierten desertiert Medienberichten zufolge umgehend. Offizielle Zahlen zur Fahnenflucht werden seit vergangenem Herbst jedoch nicht mehr veröffentlicht.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Unterstützung gegen eine russische Invasion.














