Sechs Monate Iran-Krieg und kein Ende in Sicht
Der Iran-Krieg geht weiter – mit ungewissem Ausgang für beide Seiten. Experten sehen das Regime trotz Siegesrhetorik in ernsthafter Bedrängnis.

Sechs Monate Iran-Krieg haben das Regime nach aussen hin gestärkt.
Laut dem «Tagesspiegel» herrscht in Teheran heute Siegesgewissheit – Politiker sprechen von einer neuen regionalen Ordnung ohne die USA.
Doch Iran-Experte Arash Azizi von der Universität Yale warnt vor dieser Einschätzung. Die wirtschaftliche Lage verschlechtere sich dramatisch und die innenpolitische Situation bleibe weiter instabil, berichtet der «Tagesspiegel».
Währung im freien Fall
Die sechs Monate Iran-Krieg haben den Zerfall der iranischen Währung massiv beschleunigt. Wie die «taz» berichtet, hat der Rial binnen Jahresfrist mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.
Die Lebensmittelpreise seien binnen eines Jahres um 128 Prozent gestiegen. «Wir sterben hier langsam, denn wir können uns nicht mehr genug zu essen leisten», sagte eine Lehrerin aus Teheran.
Der Internationale Währungsfonds prognostizierte laut «taz» für dieses Jahr einen Wirtschaftseinbruch von 5,4 Prozent. Die neuen US-Sanktionen dürften die Aussichten noch weiter verschlechtern.
Machtvakuum an der Staatsspitze
Revolutionsführer Ali Chamenei wurde beim Kriegsbeginn getötet; sein 56-jähriger Sohn Modschtaba übernahm innerhalb weniger Tage die Nachfolge.
Dieser wagt sich aus Angst vor Anschlägen bisher nicht in die Öffentlichkeit, wie der «Tagesspiegel» berichtet.
Ali Alfoneh vom Institut der Arabischen Golf-Staaten in Washington betont, dass nicht einmal eindeutig bewiesen sei, ob Chamenei noch lebe. Zwischen den Mitgliedern der kollektiven Führung würden früher oder später «die Egos kollidieren», zitiert ihn der «Tagesspiegel».
Sechs Monate Iran-Krieg: Trumps gescheiterter Plan
Was als schneller Militärschlag geplant war, ist laut «web.de» für Trump zu einer immensen Bürde geworden. Mindestens 18 US-Soldaten seien getötet und mehr als 750 verletzt worden.

Trump glaubte, im Iran wiederholen zu können, was ihm in Venezuela gelungen war. «Jetzt ist er in einer Lage, aus der es keinen einfachen Ausweg gibt», so Politologe Garret Martin.
Iran-Experte Arman Mahmoudian von der University of South Florida fasst es laut «Tagesspiegel» so zusammen: «Das Regime hat die unmittelbare Krise überlebt. Aber das heisst nicht, dass es langfristig fest im Sattel sitzt.»















