Ramelow kritisiert Söders Leitung der Ministerpräsidentenkonferenz
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat seinem bayerischem Kollegen Markus Söder (CSU) vorgeworfen, die Ministerpräsidentenkonferenz im Kampf gegen die Corona-Krise voreingenommen zu leiten.

Das Wichtigste in Kürze
- Thüringer Regierungschef wirft Amtskollegen rein bayerischen Blickwinkel vor.
«Er hat seine bayerische Rolle nicht verlassen und seine Rolle als der Ministerpräsident für alle Ministerpräsidenten nicht ausfüllen können», sagte Ramelow der «Rheinischen Post» aus Düsseldorf vom Mittwoch. Söder habe für sein Bundesland die richtigen Massnahmen ergriffen, es jedoch nicht geschafft, «sich einen Moment hineinzudenken, in welcher Situation die anderen sind», ergänzte Ramelow. Thüringen habe ein Zehntel der Infektionen, die in Bayern gezählt wurden.
Ramelow machte einen Konflikt zwischen Söder und Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) um die Kanzlerkandidatur der Union aus. «Das schleicht sich die ganze Zeit durch die Corona-Krise», sagte der Thüringer Ministerpräsident. So hätten Laschet und andere Ministerpräsidenten der CDU offene Auseinandersetzungen mit Söder während der Konferenzen gescheut und anschliessend ihre eigenen Entscheidungen bekanntgegeben.