Lothar Matthäus kritisiert Julian Nagelsmann nach DFB-Aufgebot
Julian Nagelsmann verzichtet in der DFB-Elf vorerst auf Leroy Sané, der neu bei Galatasaray spielt. Diesen Entscheid kann Lothar Matthäus (64) nicht verstehen.

Das Wichtigste in Kürze
- In diesem Sommer wechselt Leroy Sané von Bayern München zu Galatasaray Istanbul.
- Bundestrainer Julian Nagelsmann bietet ihn auch darum nicht für die WM-Quali auf.
- Für Lothar Matthäus ein unverständlicher Entscheid.
Die DFB-Elf trifft in der WM-Quali Anfang September auf die Slowakei und Nordirland. Mit seinem Aufgebot hat Bundestrainer Julian Nagelsmann für einige Überraschungen gesorgt.

Mit Goalie Finn Dahmen (Augsburg), Nnamdi Collins (Eintracht) und Paul Nebel (Mainz) sind gleich drei Neulinge dabei. Dafür fehlt ein ganz prominenter Name: Leroy Sané, eben erst von den Bayern zu Galatasaray gewechselt, steht nicht im Aufgebot.
Matthäus kann die Nicht-Nominierung nicht nachvollziehen
Begründet hat Nagelsmann die Nicht-Nominierung folgendermassen: «Leroy spielt jetzt in einer Liga, die einen Tick schlechter ist als die europäischen Top-Ligen. Ich finde, dass er da noch mehr auffallen muss.»

Dafür bringt DFB-Legende Lothar Matthäus kein Verständnis auf. Der 64-Jährige kritisiert den Entscheid des Bundestrainers.
«Die Nicht-Nominierung von Leroy Sané kann ich nicht nachvollziehen. Wenn es um das Niveau der Liga geht, könnte man genauso argumentieren: Spieler aus der zweiten Hälfte der Bundesliga-Tabelle sind nicht auf diesem Level. Und haben zudem keine internationalen Spiele», so Matthäus bei «Sport-Bild».

Für «Loddar» ist klar: «Sané hat bei Gala Druck, er muss sich beweisen und spielt Champions League. Nach kurzer Eingewöhnungszeit hat er getroffen und ein Tor vorbereitet.»
Julian Nagelsmann: «Seine Quote muss besser werden»
Der heutige «Sky»-Experte hätte anders gehandelt, als Bundestrainer Nagelsmann. «Ich hätte ihn mitgenommen, Vertrauen geschenkt. Und dann seine Entwicklung in der Türkei über einen längeren Zeitraum abgewartet.»

Julian Nagelsmann ist hingegen bewusst, dass Sané in der Türkei noch «ein bisschen reinkommen muss». Der Bundestrainer erwartet aber Scorerpunkte: «Ich erwarte da keine Wunderdinge, das habe ich ihm auch so kommuniziert. Seine Quote muss aber noch besser werden.»
Nagelsmann weiter: «Da ist Leroy gefordert, seinen Beitrag zu leisten. Dann ist er für uns auch ein Kandidat.»