Kurz vor der Landtagswahl im Saarland am Sonntag sieht eine neue Umfrage die SPD von Spitzenkandidatin Anke Rehlinger weit vor der CDU von Ministerpräsident Tobias Hans.
Anke Rehlinger und Tobias Hans
Anke Rehlinger und Tobias Hans - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Abstand von 13 Prozentpunkten - Übrige Parteien müssen um Einzug bangen.

In der am Donnerstagabend veröffentlichten Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF kommen die Sozialdemokraten auf 41 Prozent der Stimmen. Die Christdemokraten erreichen darin nur 28 Prozent.

Die kleineren Parteien müssen der Umfrage zufolge um den Einzug in den Landtag bangen. Die AfD wird bei sechseinhalb Prozent verortet, die Grünen bei fünfeinhalb Prozent, die FDP bei bei fünf Prozent und die Linke bei vier Prozent. Auf andere Parteien entfallen insgesamt zehn Prozent der Stimmen.

Befragt wurden von Montag bis Donnerstag 2375 Wahlberechtigte im Saarland. In den vergangenen Tagen hatten Umfragen der Institute Infratest dimap für die ARD und Insa für die «Bild am Sonntag» ein ähnliches Bild ergeben - allerdings noch mit geringerem Abstand zwischen SPD und CDU.

Derzeit regiert im Saarland die CDU in einer Koalition mit der SPD, in der Rehlinger Wirtschaftsministerin und Vizeregierungschefin ist. Grüne und FDP sind nicht im Landesparlament vertreten. Oppositionsführerin ist die Linke, danach folgt mit grossem Abstand die AfD.

Laut den Umfragen könnte die grosse Koalition fortgesetzt werden, allerdings unter Führung der SPD. Ein Ampelbündnis wäre ebenfalls möglich, laut ZDF und «Bild am Sonntag» auch Rot-Grün oder Rot-Gelb. Je nach Abschneiden der kleinen Parteien könnte die SPD möglicherweise sogar allein regieren.

Hans glaubt allerdings trotz des deutlichen Rückstands noch an einen Sieg. «Das Wahlergebnis wird anders aussehen», zeigte er sich am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin» überzeugt. Es gebe noch sehr viele unentschlossene Wähler. «Ich halte das für offen», sagte Hans. Wer am besten mobilisiere, werde gewinnen.

Hans sieht sich derzeit als den Buhmann für die Corona-Politik. «Offensichtlich wird der Frust, der mit Corona verbunden ist, bei mir abgeladen», sagte er. Dabei seien die Entscheidungen stets gemeinsam getroffen worden - also auch von der saarländischen SPD und Rehlinger.

Die SPD-Spitzenkandidatin sagte im «Morgenmagazin» mit Blick auf eine Regierungsbildung, Stabilität und Verlässlichkeit seien ihr «sehr, sehr wichtig». An beiden Kriterien werde sie messen, «mit wem eine stabile Regierung aufgestellt werden kann». Dies sei «ein Anspruch an alle, aber eben auch an die CDU».

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