Schauspieler

    Tumult bei Premiere in Deutschland: Schauspieler angegriffen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Deutschland,

    Bei einer Premiere am Schauspielhaus im westdeutschen Bochum ist es zu Tumulten und einem tätlichen Angriff auf einen Schauspieler auf der Bühne gekommen.

    Ole Lagerpusch
    Ole Lagerpusch - zvg

    Mehrere Zuschauer hatten zuvor bereits lautstark ihren Unmut über den gut zehnminütigen «Monolog eines Faschisten» geäussert, der zum Ende des Stücks «Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten» kommt. Schliesslich hätten zwei Zuschauer versucht, Schauspieler Ole Lagerpusch von der Bühne zu zerren, um den Monolog zu beenden, sagte ein Theatersprecher. «Es wurde handgreiflich.»

    Der Zwischenfall ereignete sich bereits am Samstag bei der deutschsprachigen Erstaufführung des Stücks in Bochum. Mehrere Medien hatten berichtet.

    Das Stück des portugiesischen Autors Tiago Rodrigues sei bereits in einigen anderen Ländern gezeigt worden und habe auch dort teils heftige Zuschauerreaktionen provoziert. «Aber es ist noch nie vorgekommen, dass Zuschauer den Schauspieler tatsächlich körperlich angegangen sind», sagte der Sprecher des Schauspielhauses.

    In dem Schlussmonolog hält ein faschistischer Regierungschef eine Rede, die immer radikaler wird, Fremdenhass, Schwulenhass und Frauenfeindlichkeit bedient. Aus dem Publikum habe es Buh-Rufe gegeben.

    «Doch der Faschist gibt nicht klein bei, er redet und redet, so lange, bis ein Pfeifkonzert durch den Saal hallt. „Halt die Fresse“, ruft einer, während ein anderer Besucher entgegnet: „Das gehört zum Spiel dazu, du Idiot“», berichtet die «WAZ» von der Premiere.

    Schliesslich seien zwei Männer aus dem Zuschauerraum auf die Bühne gestürmt und seien den Schauspieler körperlich angegangen, sagte der Sprecher des Schauspielhauses. Ein Kollege sei ihm zu Hilfe gekommen und habe die Situation vorerst klären können. Der Schauspieler sei nicht verletzt worden, auch die Polizei sei nicht eingeschaltet worden.

    In einem Statement verteidigte das Theater die Inszenierung: «Das Schauspielhaus Bochum versteht sich als Ort der künstlerischen Auseinandersetzung, an dem kontroverse Themen und ästhetische Zumutungen verhandelt werden». Dass ein Schauspieler «in Ausübung seiner künstlerischen Arbeit körperliche Angriffe erfahren musste, hat uns zutiefst erschreckt, wir erachten diese Übergriffigkeit als vollkommen inakzeptabel».

    Kommentare

    User #4618 (nicht angemeldet)

    Die Deutschen können einem nur nich leid tun. Keine Politik, kein Gas, kein Mumm etwas zu ändern.

    User #5030 (nicht angemeldet)

    Und so etwas nennt sich Kunst?

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