Peskow wirft EU-Politikern Dialogverweigerung vor
Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisiert die aktuelle EU-Politikergeneration scharf – und fordert Macron auf, endlich zum Telefon zu greifen und Putin anzurufen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hat der derzeitigen Politikergeneration in der EU Dialogverweigerung vorgeworfen. Im Interview mit der «Weltwoche» sagte er, von der aktuellen Führung sei kaum eine Annäherung zu erwarten.
Peskow liess keinen Zweifel an seiner Einschätzung offen. «Wir können uns kaum vorstellen, dass sie einen Dialog mit Russland initiieren wird», sagte er laut der «Weltwoche».
Europäischen Politikern warf er zudem schwerwiegende Fehleinschätzungen vor. «In den Köpfen der europäischen Politiker schwirren jede Menge verrückte Ideen herum», sagte er.
Peskow: Aktuelle EU-Politiker «sehr populistisch»
Der Kremlsprecher bezeichnete die aktuelle EU-Politikergeneration als «sehr populistisch», wie die «Weltwoche» berichtet. Den einfachsten Weg, Hassgefühle bei der Wählerschaft zu schüren, sehe diese Generation darin, Russland als Hauptfeind darzustellen.
Die Annahme, Russland könne militärisch bezwungen werden, bezeichnete der Kremlsprecher als grössten Fehler überhaupt. Russland stelle zudem keine Bedrohung für europäische Länder dar.
Gleichzeitig äusserte Peskow die Erwartung, dass ein Personalwechsel in Europa die Lage verändern könnte. «Früher oder später werden wir in Europa neue Politiker und neue Führungskräfte sehen», sagte er.
Appell an Macron
Peskow wünschte Europa laut der «Weltwoche» eine neue Generation staatsmännischer Persönlichkeiten. Von Macron forderte er konkrete Schritte: Er solle endlich zum Telefon greifen und Putin anrufen.
Macron hatte sich bereits Anfang 2026 für einen direkten Dialog der Europäer mit Putin ausgesprochen. Laut dem «Nordkurier» erklärte Peskow, es sei unlogisch, kontraproduktiv und schädlich, die Beziehungen auf den Nullpunkt zu reduzieren.
Bereits bei früheren Kontakten hatte sich der Kremlsprecher gegenüber Gesprächsbereitschaft offen gezeigt. Zu Macrons damaliger Ankündigung eines direkten Dialogs sagte er: «Das imponiert uns.»
Europa bisher aussen vor
Trotz der russischen Gesprächssignale sind die Europäer in den laufenden Friedensverhandlungen bisher nicht eingebunden. Laut dem «Nordkurier» hatte Peskow erklärt, ein Datum für neue trilaterale Gespräche gebe es noch nicht.

Russland kritisiert die EU-Staaten wegen ihrer Waffenlieferungen an die Ukraine als nicht unparteiisch. Aussenminister Sergej Lawrow hatte eingeräumt, dass bei den Verhandlungen noch eine weite Strecke zurückzulegen sei, wie der «Nordkurier» berichtete.
Laut «web.de» betonte Macron unterdessen, Europa könne die Diskussionen mit Russland nicht einfach an die Amerikaner delegieren.















