Russland droht Grossbritannien mit Angriffen auf militärische Ziele
Russland hat Grossbritannien mit Angriffen auf militärische Ziele gedroht. Auslöser sind ukrainische Schläge mit britischen Storm-Shadow-Marschflugkörpern.

Das russische Aussenministerium hat am Donnerstag eine scharfe Warnung an Grossbritannien gerichtet. Sprecherin Maria Sacharowa äusserte sich dazu bei einer Pressekonferenz in Moskau, berichtet «Reuters».
Britische Militäreinrichtungen und Ausrüstung innerhalb und ausserhalb der Ukraine könnten demnach Ziele russischer Angriffe werden. Dies gelte als mögliche Reaktion auf ukrainische Angriffe auf russisches Territorium mit britischen Waffen.
Hintergrund sind insbesondere die von Grossbritannien gelieferten weitreichenden Storm-Shadow-Marschflugkörper. Russland hatte der Ukraine zuletzt vorgeworfen, solche Raketen bei einem Angriff im russisch kontrollierten Donezk eingesetzt zu haben, schreibt «Reuters».
Grossbritannien gibt Raketentechnologie für Ukraine frei
Grossbritannien will der Ukraine Zugang zu klassifizierter Technologie für die Produktion weitreichender Marschflugkörper ermöglichen, berichtet «Reuters». Der Hersteller MBDA soll dafür Informationen über britische Komponenten freigeben und damit den Aufbau lokaler Produktionslinien unterstützen.

Frankreich hat der Weitergabe der benötigten Technologie ebenfalls zugestimmt, da die Rakete britische und französische Komponenten vereint. Bereits Anfang der Woche hatte der frühere russische Vize-Aussenminister Andrei Fedorov vor möglichen Konsequenzen für Grossbritannien gewarnt.
Britische Fabriken für Drohnen und Raketenkomponenten könnten Angriffe aus «unbekannten Quellen» erleben, sagte Fedorov laut «ITV News».
Russland warnt westliche Staaten vor Folgen
Sacharowa warf London und Paris vor, sich durch die Verlagerung von Produktionsschritten ihrer Verantwortung entziehen zu wollen. «Das wird nicht funktionieren», sagte die Sprecherin des russischen Aussenministeriums laut «The Guardian».

Grossbritannien und Frankreich trügen «direkte Verantwortung» für ukrainische Angriffe auf russisches Territorium, erklärte Sacharowa. Sie bezog auch Deutschland in ihre Kritik ein und warf den drei Ländern vor, die Ukraine-Krise weiter anzuheizen.
Wer solche Entscheidungen treffe und umsetze, «spiele mit dem Feuer», zitiert «The Guardian» die Sprecherin. Die Folgen könnten nach Sacharowas Darstellung auch für die beteiligten westlichen Staaten «völlig unvorhersehbar» sein.
Grossbritannien hält an Ukraine-Unterstützung fest
Die britische Regierung reagierte zunächst nicht unmittelbar auf Sacharowas neue Drohungen, berichtet «Reuters». London hatte vergleichbare russische Warnungen zuvor zurückgewiesen und seine weitere Unterstützung für die Ukraine bekräftigt.
Premierminister Andy Burnham erklärte diese Woche, Grossbritannien stehe im Kampf gegen Russlands Angriff «den ganzen Weg» an Kiews Seite.
Mehr als 50 Staaten bekräftigten bei den Vereinten Nationen zugleich ihre Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine. Sie forderten Russland zu einer sofortigen, vollständigen und bedingungslosen Waffenruhe auf, berichtet «Reuters».












