Milei attackiert UN und pocht auf Falkland-Anspruch
Argentiniens Präsident Javier Milei hat die Vereinten Nationen scharf kritisiert und den im Anspruch seines Landes auf die Falklandinseln bekräftigt. Die UN sei zu einer «nutzlosen Organisation» geworden, die nur dazu diene, «eine Kaste fatal arroganter Parasiten» zu ernähren, sagte Milei bei der UN-Generaldebatte in New York.

Besonders kritisch äusserte sich Milei zum seit Jahrzehnten andauernden Streit mit Grossbritannien um die Inselgruppe. «Die Falklandinseln sind für uns eine nationale Sache», sagte der Präsident. Die britische Delegation verfolgte seine Ausführungen regungslos.
Milei bezog sich bei seiner Rede auf eine UN-Resolution aus dem Jahr 1976, in der Grossbritannien und Argentinien aufgefordert werden, den Streit durch Verhandlungen beizulegen. «Keine Worte und keine Resolutionen fehlen, was fehlt, ist, dass sie Konsequenzen haben», sagte Milei.
Auch die britische Erschliessung von Ölvorkommen in dem umstrittenen Gebiet kritisierte Milei. Das Projekt «Sea Lion» im Nord-Falkland-Becken erfolge über britische Lizenzen, die Argentinien als illegitim zurückweise. Milei forderte London auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.
1982 war es zu einer militärischen Auseinandersetzung mit Hunderten Toten um die kleine Inselgruppe im südlichen Atlantik gekommen. Die argentinische Militärjunta liess die Falkland-Inseln besetzen. Die damalige britische konservative Premierministerin Margaret Thatcher schickte Dutzende Kriegsschiffe los. Es gelang den Briten, die Inseln zurückzuerobern.
Die Inseln, im Sprachgebrauch der Argentinier die Malvinas, sind seit 1833 ein britisches Überseegebiet. Argentinien begründet seinen Anspruch aber mit der Rechtsnachfolge des früheren spanischen Kolonialreiches.










