Wegen El Niño: Experten rechnen mit über 450'000 Hitzetoten mehr

    Fabienne Endras
    Fabienne Endras

    USA,

    Klimaforscher rechnen wegen des El Niño in den nächsten sechs Monaten weltweit mit mehr als 450’000 zusätzlichen Todesfällen – nur aufgrund der Hitze.

    indonesien
    Indonesien leidet schon jetzt unter den Folgen des El Niño. Experten rechnen dort in den nächsten sechs Monaten mit fast 19'300 Toten aufgrund der zusätzlichen Hitze. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Forscher warnen vor zusätzlichen über 450’000 Hitzetoten in vielen Regionen der Welt.
    • Dazu werden zahlreiche Todesfälle aufgrund von Dürren, Waldbränden und Überschwemmungen erwartet.
    • Nigeria, Indonesien und Indien gelten als besonders gefährdet.

    Es ist ein düsteres Bild, das ein neuer Bericht von Klimaforschenden zeichnet: Mehr als 450'000 Menschen könnten an den Folgen der zusätzlichen Hitze sterben, die der aktuelle Super-El-Niño mit sich bringt.

    El Niño ist ein natürliches Naturphänomen, das dieses Jahr besonders ausgeprägt ist. Dabei erwärmt sich das Meerwasser im tropischen Pazifik. Das kann extreme Wetterlagen wahrscheinlicher machen – mit gravierenden Folgen. In Kombination mit dem Klimawandel werden diese Auswirkungen immer heftiger.

    Laut der britischen Zeitung «The Guardian» ist diese hohe Zahl eine Schätzung der Todesfälle in den nächsten sechs Monaten. Denn soweit reichen die aktuellen Wettervorhersagen.

    Die Zahl kommt zu den Todesfällen hinzu, die bereits auf die durch die Klimakrise gestiegenen Temperaturen zurückzuführen sind.

    Noch nicht eingerechnet sind viele weitere Todesfälle, die durch El Niño bedingte Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen erwartet werden.

    El Niño betrifft ganze Welt

    Betroffen sind Menschen auf der ganzen Welt – von Indonesien über Indien bis nach Nigeria und in die USA. Dies schreibt «The Guardian».

    Die Forschenden haben die Todesfälle nach Regionen aufgeschlüsselt. Das Ziel dahinter: Genauer bestimmen zu können, wo Schutzmassnahmen am dringendsten gebraucht werden.

    Solche Massnahmen könnten etwa bessere Hitzefrühwarnsysteme, Kühlzentren als Zufluchtsorte für die Bevölkerung oder mehr Personal in medizinischen Einrichtungen sein.

    Der aktuelle El Niño hat am vergangenen Montag einen neuen Rekordwert erreicht. Und das noch Monate vor dem erwarteten Höhepunkt. Weil dieses Ereignis so extrem ist, sprechen einige Wissenschaftler von einem «Godzilla-Niveau».

    «Postkarte aus der Zukunft»

    Nigeria, Indonesien, Sudan, Indien und Brasilien stehen ganz oben auf der Liste der am stärksten betroffenen Länder. Auch die Sahelzone in Afrika sowie Teile Südostasiens sind besonders gefährdet.

    Machst du dir wegen El Niño Sorgen?

    Die USA befinden sich unter den zwanzig am stärksten betroffenen Ländern. Dort wird mit rund 3'500 zusätzlichen Hitzetoten gerechnet.

    Verglichen mit den afrikanischen oder asiatischen Ländern ist das zwar eine geringere Zahl, aber dennoch erschreckend hoch.

    Für Forschende ist der aktuelle El Niño eine Art «Postkarte aus der Zukunft». Die Temperaturen, die er heute produziere, entsprächen dem, was der Klimawandel in rund 20 Jahren als neuen Normalzustand bringen werde.

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    Kommentare

    User #3025 (nicht angemeldet)

    Vorab schon wieder Panik verbreiten.

    User #3678 (nicht angemeldet)

    Immer diese Experten…

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