Immer mehr Tote in Kanada werden nicht abgeholt

    Keystone-SDA
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    Kanada,

    Kanadische Behörden sehen sich zunehmend mit nicht abgeholten Toten konfrontiert. Finanzielle Not und Entfremdung sind laut Experten Gründe hinter dem Phänomen.

    Was passiert mit Menschen, die sterben und die niemand beerdigt? In kanadischen Provinzen kommt das immer häufiger vor - und trifft oft Männer. (Themenbild)
    Was passiert mit Menschen, die sterben und die niemand beerdigt? In kanadischen Provinzen kommt das immer häufiger vor - und trifft oft Männer. (Themenbild) - KEYSTONE/DPA/HENNING KAISER

    In den bevölkerungsreichsten Provinzen des Landes, Quebec und Ontario, verzeichnen Behörden in den vergangenen Jahren einen rasanten Anstieg der Toten ohne Angehörige, die sie beerdigen.

    In der Provinz Ontario wurden im vergangenen Jahr etwa 1710 Tote nicht abgeholt, wie das Büro des leitenden Gerichtsmediziners mitteilte. 2020 waren es demnach 691 Fälle und 2010 noch 189. Die meisten Fälle entfielen auf die bevölkerungsreichste Metropolregion des Landes, Toronto (1138).

    In 23 Prozent der Fälle in Toronto seien Angehörige aus finanziellen Gründe nicht dazu in der Lage gewesen, die Toten anzunehmen. Bestattungen können auch in Kanada schnell mehrere Tausend Dollar kosten. In 35 Prozent der Fälle hätten erst gar keine Angehörigen ausfindig gemacht werden können. 28 Prozent entfielen auf nicht beanspruchte sterbliche Überreste von Föten, hiess es von der Gerichtsmedizin.

    Armut und Migrationshintergrund als Faktoren

    In der Provinz Quebec seien 2025 insgesamt 992 Körper nicht abgeholt worden, die meisten davon in Montreal, teilte Santé Quebec, eine staatliche Gesellschaft der kanadischen Provinz für das öffentliche Gesundheitssystem, mit. 2020 seien es 448 und 2010 insgesamt 355 in der östlichen Provinz gewesen.

    In der Regel übernimmt in Kanada dann die Provinz die Verantwortung für die sterblichen Überreste und die Einäscherung oder Beisetzung.

    Das Forschungszentrum Cremis in Montreal schreibt, dass es sich bei den Fällen in der Region in den vergangenen Jahren besonders häufig um ältere Menschen handele, die allein zu Hause oder in einem Spital sterben. In den meisten Fällen seien es Männer – nämlich 85 Prozent der Fälle zwischen 2014 und 2023. Besonders betroffen seien Migrantinnen und Migranten sowie Obdachlose.

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    Kommentare

    User #966 (nicht angemeldet)

    Es geht hier um Kanada!

    User #2809 (nicht angemeldet)

    Leider eine ganz traurige Entwicklung. Die schonungslose Geiz ist geil Haltung vieler Zeitgenossen als auch ein überhandnehmender Egoismus feiern auch in der Schweiz neue Urständ.

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