Kanadischer Premierminister sichert sich absolute Mehrheit
Kanadas Premierminister Mark Carney hat sich mit seiner Liberalen Partei eine Mehrheit im Parlament gesichert.

Nach Nachwahlen und Parteiübertritten aus der Opposition kommen die Liberalen nun auf 174 der 343 Sitze im Unterhaus und können allein regieren. Auf X schrieb Carney, es sei «eine Zeit, zusammenzukommen, um ein starkes Kanada für alle zu schaffen». Anlass waren drei Nachwahlen in den Wahlkreisen University–Rosedale, Scarborough Southwest und Terrebonne.
Mit der knappen absoluten Mehrheit kann die Regierung Gesetze leichter verabschieden und Vertrauensabstimmungen ohne Unterstützung der Opposition bestehen. Eine Neuwahl ist voraussichtlich erst wieder 2029 erforderlich.
Wie der kanadische Sender CBC berichtet, sichert sich der 61-jährige Wirtschaftsexperte Carney einen Platz in der kanadischen Geschichte: Von den bisher 24 Premierministern haben nur 13 ihrer Partei zu einer Mehrheit im Unterhaus («House of Commons») verholfen. Carney ist nun der 14., dem dies gelungen ist.
Der aus Alberta stammende Politiker hatte die Parlamentswahl im vergangenen Jahr gewonnen. Beobachter führen seinen Erfolg auch auf einen klaren Kurs gegen US-Präsident Donald Trump zurück, der wiederholt mit einer Annexion Kanadas als 51. Bundesstaat gedroht hatte. Carney will die wirtschaftliche Abhängigkeit des nordamerikanischen Landes von den USA verringern und die Zusammenarbeit mit Europa und Asien ausbauen.
Der 61-Jährige bringt umfangreiche Krisenerfahrung mit: Während der Finanzkrise leitete er die kanadische Zentralbank, später führte er die Bank of England durch die Brexit-Phase und war zuletzt UN-Sondergesandter für Klimaschutz.














