Französischer Gesandter in Teheran zu Gesprächen über Atomabkommen
Ein Gesandter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat am Mittwoch in Teheran Gespräche geführt, um ein Scheitern des internationalen Atomabkommens mit dem Iran zu verhindern.

Das Wichtigste in Kürze
- Bonne soll «unkontrollierte Eskalation» im Streit mit den USA verhindern.
Macrons diplomatischer Berater Emmanuel Bonne traf am Vormittag zunächst den Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Schamchani, wie AFP-Reporter berichteten. Später sollte er auch Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif treffen.
Der französische Aussenminister Jean-Yves Le Drian hatte am Dienstag gesagt, Bonne solle versuchen, «einen Raum für Diskussionen zu öffnen, um eine unkontrollierte Eskalation oder gar ein Unglück zu verhindern». Seit dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen im Mai 2018 haben sich die Spannungen in der Golfregion massiv verschärft. Im Juni brachte der Konflikt die beiden Länder an den Rand eines Krieges.
Wegen der US-Handels- und Finanzbeschränkungen sieht sich der Iran um den Nutzen des Abkommens gebracht. Die Führung in Teheran dringt seit langem darauf, dass die Vertragspartner mehr tun, um die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen trotz der US-Sanktionen aufrechtzuerhalten. Seit Anfang Mai kündigte die iranische Regierung mehrere Bestimmungen des Atomabkommens auf und erhöhte damit den Druck auf die Vertragspartner.
Am 1. Juli überschritt der Iran zunächst die zulässige Menge niedrig angereicherten Urans. Am Montag verstiess er zudem gegen die Begrenzung des Grads der Urananreicherung auf 3,67 Prozent. Die Europäer riefen den Iran daraufhin auf, zum Atomabkommen zurückzukehren. Am Mittwochnachmittag findet auf Antrag der USA eine Dringlichkeitssitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) statt, um über die jüngsten Entwicklungen zu beraten.










