Wie die Ukraine mit Robotern Krieg neu erfindet
Die ukrainischen Streitkräfte setzten auf Roboter, unter anderem aufgrund von Personalmangel. Seit Januar startete die Ukraine 22'000 unbemannte Angriffe.

Das Wichtigste in Kürze
- Unbemannte Maschinen werden in der ukrainischen Kriegsführung immer wichtiger.
- Seit Januar hat die Ukraine laut Präsident Selenskyj 22'000 Roboter-Angriffe durchgeführt.
- Die Roboter werden auch zur Versorgung an der Front oder zur Rettung eingesetzt.
Kriegsveteranen in Gaming-Stühlen und Übertragung per Livestream – in der Ukraine wird der Krieg vermehrt aus der Ferne geführt.
Die Ukraine, die seit Monaten unter Personalmangel leidet, hat eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen.
Weite Teile ihrer Kriegsführung sind nun unbemannt und bestehen aus Robotern, Drohnen und ferngesteuerten Panzern.
Im April verkündete Präsident Wolodymyr Selenskyj die erste Einnahme einer russischen Stellung ausschliesslich durch Roboter und Drohnen. Er fügte hinzu, dass unbemannte Maschinen seit Januar 22'000 Einsätze durchgeführt hätten.
Russen nennen die Maschinen «Stiller Tod»
Russische Kriegsgefangene haben der ukrainischen Einheit laut dem Nachrichtenportal verraten, wie die Russen diese Maschinen nennen: «Stiller Tod».
Ein Typ Roboter fährt auf vier Rädern und trägt eine grosse Sprengstoffladung – rund 30 Kilogramm. Diese Roboter sind erst aus zehn Metern Entfernung zu hören, was bereits innerhalb ihres Sprengkreises liegt.
Roboter verhindern rund 1000 tote Soldaten
Wie eine ukrainische Spezialeinheit ausgewertet hat, hätten die Ukrainer über 164 Angriffe hinweg für dieselbe Wirkung 2300 Soldaten benötigt. Die Hälfte davon wäre voraussichtlich getötet oder verwundet worden.
Die Roboter haben also rechnerisch etwa tausend ukrainischen Soldaten das Leben gerettet.
Der stellvertretende Kommandeur der Einheit begrüsst die Entwicklung: «Mir ist klar, dass, wenn solche Ausrüstung damals verfügbar gewesen wäre, mehr meiner Kameraden überlebt hätten.»
Roboter werden nicht müde und müssen nichts essen
Gegenüber menschlichen Soldaten haben die Maschinen erhebliche Vorteile: Sie brauchen kein Wasser, keine Nahrung und erleiden keine körperliche Ermüdung, wie ein Soldat gegenüber CNN erklärt.
Die Maschinen haben zudem einen Überraschungseffekt, erklärt der Soldat: «Als wir den Roboter gegen den Feind einsetzten, gerieten sie schlichtweg in Panik: Sie krochen herum, drückten sich flach auf den Boden und wussten einfach nicht, was sie tun sollten.»
Die Versorgung der Frontlinie ist ebenfalls robotergestützt. Munition, Essen und Wasser werden auf Roboter geladen, die dann von einem Bunker aus ferngesteuert werden.
Auch bei der Rettung verwundeter Soldaten werden bereits Roboter eingesetzt.




















