Elon Musk unter Druck wegen Starlink und Ukraine
Berichte über Elon Musk und Starlink sorgen wegen der Ukraine für politische Empörung und neue Forderungen nach Europas Unabhängigkeit.

Elon Musk steht wegen Berichten über eine mögliche Starlink-Drosselung in der Ukraine in der Kritik, während Europa eigene Satellitennetze fordert. Der Fall wirft Fragen über private Macht in Kriegen auf und lenkt zugleich Aufmerksamkeit auf Musks weitreichende Geschäftspläne für Starlink.
Politiker mehrerer deutscher Parteien warnen, Europas Sicherheit dürfe nicht von Entscheidungen eines einzelnen Unternehmers in sicherheitspolitischen Krisen abhängig sein. Die Berichte über Musks mögliche Rolle beruhen auf Medieninformationen und sind bislang nicht unabhängig bestätigt worden.
Laut «Euronews» fordern Vertreter von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen mehr europäische Kontrolle über kritische Kommunikationsinfrastruktur und Satellitennetze in Europa. Marie-Agnes Strack-Zimmermann kritisierte die mutmassliche Einflussnahme scharf und verlangte mehr Tempo beim Aufbau leistungsfähiger europäischer Kommunikationsnetzwerke in den kommenden Jahren.
Starlink ist für die Ukraine militärisch wichtig
Starlink und der militärische Dienst Starshield sind für die ukrainischen Streitkräfte im laufenden Krieg wichtige Kommunikationsmittel an der Front. Eine Einschränkung könnte die Kommunikation und den Einsatz ukrainischer Angriffs- und Abwehrdrohnen beeinträchtigen, berichtet die «WELT» unter Berufung auf Medienberichte.
Die Verantwortung für die Drosselung bleibt umstritten, denn Washington bestreitet Vorwürfe einer absichtlichen Verringerung der Übertragungsgeschwindigkeit des Dienstes laut Berichten. Die Debatte zeigt, wie stark militärische Fähigkeiten inzwischen von privat betriebenen Kommunikationsdiensten und unternehmerischen Entscheidungen heute zunehmend abhängig werden können.
Europäische Politiker fordern deshalb eigene, verlässliche Satellitenkommunikation, damit Europa kritische Infrastruktur künftig unabhängiger kontrollieren und strategisch absichern kann. Für die Ukraine sind stabile Verbindungen wichtig, weil Streitkräfte sie an der Front weiterhin im Verteidigungskrieg auch unter Beschuss nutzen.
Elon Musk erwartet Milliarden mit Starlink Mobile
Parallel verfolgt Musk grosse wirtschaftliche Ziele mit Starlink Mobile, einem geplanten Satellitenmobilfunkdienst für direkte mobile Konnektivität auf dem weltweiten Mobilfunkmarkt. Wie «Golem» berichtet, stellte Elon Musk einen möglichen Jahresumsatz von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar für den Dienst langfristig in Aussicht.

Bei einer Fragerunde zu Quartalsergebnissen erklärte Musk, SpaceX könne später erläutern, warum das Geschäft tatsächlich langfristig so gross werden könnte. Analysten stellten Fragen zur verfügbaren Frequenzbreite und dazu, wie der Dienst in dicht besiedelten Städten genügend Datenverkehr zuverlässig bewältigen soll.
SpaceX-Managerin Gwynne Shotwell sagte, ein grosser Teil mobiler Datenverbindungen laufe über WLAN, während Starlink Mobile künftig zusätzliche Konnektivität bieten solle. Ob die gewaltigen Umsatzprognosen realistisch sind, bleibt offen und hängt unter anderem von technischer Kapazität und Konkurrenz im Markt ab.
















