US-Präsident Joe Biden und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan wollen die zuletzt arg strapazierten Beziehungen ihrer beiden Länder wieder verbessern.
Erdogan (l.) und Biden in Rom
Erdogan (l.) und Biden in Rom - TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • US-Präsident wünscht sich Überwindung der Meinungsverschiedenheiten.

Biden habe «seinen Wunsch nach konstruktiven Beziehungen mit der Türkei und nach einem effektiven Weg, um unsere Differenzen zu überwinden, deutlich machte», sagte ein US-Vertreter nach einem Treffen der beiden Staatschefs am Rande des G20-Gipfels in Rom. «Das Treffen fand in einer positiven Atmosphäre statt», hiess es von türkischer Seite.

Die Präsidenten «drückten ihr gemeinsames Engagement für die weitere Stärkung der Beziehungen zwischen der Türkei und den USA aus und vereinbarten, einen gemeinsamen Mechanismus zu diesem Zweck einzurichten», erklärte das türkische Präsidialamt. Sie hätten zudem «die Bedeutung der Nato bekräftigt».

Zwischen Ankara und Washington hatte es in den vergangenen Jahren bei zahlreichen aussen- und innenpolitischen Themen Reibungen gegeben. So veranlasste der Kauf eines russischen S-400-Luftabwehrsystems durch die Türkei im Jahr 2019 die USA dazu, türkische Pläne zum Kauf von rund hundert US-Kampfflugzeugen der neuesten Generation (F-35) zu blockieren. Erdogan pochte daraufhin auf eine Entschädigung und forderte zumindest die Lieferung von Kampfjets einer älteren Generation (F-16).

Auch das militärische Engagement der Türkei etwa in Syrien und die Lage der Menschenrechte in der Türkei sorgen für Spannungen im Verhältnis der beiden Länder. Ankara fordert zudem seit Jahren vergeblich die Auslieferung des islamischen Predigers Fetullah Gülen, der in den USA lebt und den Erdogan für den gescheiterten Putsch-Versuch in der Türkei in 2016 verantwortlich macht.

Zuletzt war es zu einem diplomatischen Eklat gekommen, nachdem die Türkei-Botschafter von zehn Ländern, darunter die USA und Deutschland, sich für die Freilassung des seit vier Jahren ohne Verurteilung inhaftierten Menschenrechtsaktivisten Osman Kavala eingesetzt hatten. Erdogan beklagte eine Einmischung in innere Angelegenheiten und drohte mit der Ausweisung der Botschafter.

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