Berner Polizei zeigt rund 200 Personen nach Anti-WEF-Demo an
Nach der unbewilligten Anti-WEF-Demo vom Januar in Bern haben rund 200 Personen eine Anzeige am Hals. Vorgeworfen wird ihnen Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung. Die Kantonspolizei bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Berner Tamedia-Zeitungen.

Die Polizei hatte am 17. Januar eine Platzkundgebung auf dem Bahnhofplatz toleriert, einen Umzug durch die Innenstadt aber verhindert. Nach rund einer Stunde lösten Einsatzkräfte die Demonstration auf, nachdem ein Ultimatum zum Verlassen des Platzes abgelaufen war.
Insgesamt kontrollierte die Polizei 230 Personen. Dabei handelt es sich um 92 Frauen und 138 Männer im Alter zwischen 13 und 66 Jahren.
Zwölf Personen werden nicht nur wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung angezeigt, sondern auch wegen weiterer Delikte. Dabei geht es etwa um Hinderung einer Amtshandlung, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Verstösse gegen das Vermummungsverbot sowie die Verweigerung der Namensangabe.
Der Grosseinsatz hatte in Bern Kritik linker Parteien ausgelöst. Diese warfen der rot-grün dominierten Stadtregierung vor, auf repressive Prävention statt auf Deeskalation gesetzt zu haben. Die Alternative Linke sprach von einer «Machtdemonstration der Polizei».
Sicherheitsdirektor Alec von Graffenried (Grüne Freie Liste) hatte das Vorgehen der Polizei verteidigt. Es gebe kein Recht, die Innenstadt stundenlang in Beschlag zu nehmen.










