Bekannte iranische Journalistin: «Die Stadt riecht nach Tod»
Inmitten der Internetsperren im Iran hat sich eine bekannte Journalistin in den sozialen Medien zu Wort gemeldet. In den vergangenen beiden Tagen sei es mit Tunneldiensten (VPN) wieder zeitweise möglich, die Internetblockade zu durchbrechen, schrieb Elaheh Mohammadi, Journalistin der iranischen Zeitung «Hammihan», auf X.

«Die Stadt riecht nach Tod», erklärte die 38-Jährige. «Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie erlebt, dass es in Teheran schneit und niemand auch nur lächelt.» Die Menschen im Iran seien fassungslos.
Am Montag war bekanntgeworden, dass Mohammadis Arbeitgeber wegen kritischer Berichte den Betrieb einstellen muss. «Wir haben in all den vergangenen Tagen versucht, über die Getöteten und Verletzten zu schreiben», schrieb Mohammadi auf X.
Die Journalistin war 2022 international bekanntgeworden, nachdem sie als eine der ersten Journalistinnen über den Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini berichtet hatte und anschliessend inhaftiert wurde. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nilufar Hamedi von der Zeitung «Shargh» wurde sie unter Spionagevorwürfen angeklagt, verurteilt und schliesslich im Februar 2025 begnadigt.
Seit dem 8. Januar ist die iranische Bevölkerung vom Internet abgeschnitten. Die Staatsführung hatte die Massnahme verhängt, nachdem landesweit Massenproteste ausgebrochen waren. Ende Dezember waren zunächst Händler wegen der Wirtschaftskrise auf die Strassen gegangen. Die Demonstrationen wurden jedoch rasch politisch und richteten sich schnell gegen die autoritäre Führung der Islamischen Republik. Menschenrechtler berichten von Tausenden getöteten Demonstranten.














