Ex-Minister: Streit zwischen Israel und USA droht
Laut dem deutschen Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg bahnt sich ein Streit zwischen den USA und Washington an. Denn sie haben unterschiedliche Ziele.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut zu Guttenberg bahnt sich ein Streit zwischen Israel und den USA an.
- Die beiden Länder verfolgen im Iran-Krieg unterschiedliche Ziele.
- Washington will einen Regimewechsel, Israel das Ende der revolutionären Machtinstrumente.
Gemeinsam bekämpfen Israel und die USA den Iran. Seit einer Woche lassen sie Raketen, Drohnen und Bomben auf das Land niederregnen und haben Ali Chamenei ausgeschaltet. Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auch auf andere Golfstaaten.
Der ehemalige deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg warnt nun, dass es bald zum Streit zwischen Washington und Jerusalem kommen könnte. Denn die Strategien und Ziele der beiden Länder seien «alles andere als deckungsgleich», schreibt er auf Linkedin.
Israel wolle die revolutionären Machtinstrumente, darunter die Revolutionsgarden und die Proxy-Netze, «endgültig zerstören». Washington dagegen folge «einem eher funktionalen Verständnis von Regime-Change, ähnlich wie in Venezuela». Die USA wollten die Bedingungen schaffen, damit das Regime abgesetzt werden könne.
«Das mag ähnlich klingen, birgt allerdings durchaus Friktionspotential zwischen den beiden Partnern, sobald die erste grosse militärische Welle abgeschlossen ist.» Diese beinhalte «massive Luft- und Cyberoperationen, Attacken gegen Führungspersönlichkeiten, Nuklearanlagen, Raketenstellungen, See- und Luftstreitkräfte». Kombiniert würden sie mit politischem und wirtschaftlichem Druck.

Die USA fordern dazu die iranische Bevölkerung auf, das Regime zu stürzen. Laut zu Guttenberg ist das die «potentielle innere Variable».
Nach dem Abschluss der ersten Welle dürften sich die USA ihrem Ziel der Absetzung des Regimes sehr nahe sehen. Oder es bereits erreicht haben. Durch die Tötung von Chamenei sowie zahlreicher anderer Führungspersönlichkeiten wurde das Regime klar geschwächt.
Neuerdings nennt Donald Trump auch die Zerstörung der Marine sowie ein Ende der Bedrohung durch Raketen und Atomwaffen als Kriegsziel. Das dürfte ebenfalls mit der ersten Welle erreicht werden. Das Weisse Haus rechnet mit einer Kriegsdauer von vier bis sechs Wochen.
Die Ziele von Israel gehen aber darüber hinaus. Dies zeigt sich auch an den neuen Angriffen im Libanon gegen die Hisbollah, eine vom Iran ausgerüstete und kontrollierte Miliz.
Ob die USA und Donald Trump gewillt sind, diese Angriffe mitzuunterstützen, ist fraglich. Bereits jetzt kritisieren viele Amerikaner, auch Republikaner und Maga-Anhänger, den Krieg.
















