Tod

Experte: Chameneis Tod ändert gar nichts

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Iran,

Laut einem Experten würde der Tod von Chamenei nichts ändern, da die Revolutionsgarde die Macht habe. Und deren Kämpfer seien hochmotiviert.

chamenei
Ajatollah Ali Chamenei wurde laut Israel, den USA und iranischen Staatsmedien tot. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ajatollah Ali Chamenei ist bei den Angriffen getötet worden.
  • Laut einem Experten würde sein Tod aber nichts ändern für das Regime.
  • Denn die Macht liege bei der Revolutionsgarde – und diese ist sehr stark.

Ajatollah Ali Chamenei, der Oberste Führer des Irans, ist bei den israelisch-amerikanischen Angriffen getötet worden. Die Staatsmedien bestätigen frühere Angaben aus Israel und von Donald Trump am frühen Sonntagmorgen. Laut einem Experten spielt der Tod des 86-Jährigen kaum eine Rolle.

Gegenüber «Focus» sagt Iran-Experte Ralph Ghadban, dass der Iran «mit Sicherheit bestens vorbereitet» sei auf den Tod Chameneis. Somit würde dieser auch «nichts für das Regime ändern».

Denn die staatliche Macht liege nicht bei den Mullahs, sondern bei den Revolutionsgardisten. «Im Iran herrscht die Revolutionsgarde, eine Militärkaste», sagt Ghadban.

Die Revolutionsgarde umfasst rund 210'000 bewaffnete Kämpfer. Zudem unterstehen ihr die rund elf Millionen Mann starken und äusserst brutalen Basidsch-Milizen. Die eigentliche Armee mit rund 420'000 Angehörigen spielt machtpolitisch kaum eine Rolle.

Zudem kontrolliert die Garde durch zahlreiche Firmengeflechte rund 40 Prozent der gesamten iranischen Volkswirtschaft. Dadurch ist sie stark in der Bevölkerung verwurzelt.

Deshalb spiele es laut Ghadban kaum eine Rolle, ob Chamenei, dessen Sohn Mojtaba, Gefolgsmann Ali Laridschani oder sonst jemand an der Spitze stehe. Ein von Donald Trump angedeuteter «Enthauptungsschlag» mache wegen der Strukturen im Iran keinen Sinn.

Kaum mehr Streitigkeiten innerhalb der Revolutionsgarde

Die Kämpfer der Revolutionsgarden seien hochmotiviert und würden bis zum letzten Mann kämpfen. «Denn sie wisse, es geht um ihr Überleben.»

Bereits im Sommer 2025 griffen Israel und die USA den Iran an. Dabei wurden zahlreiche Personen der Führungsriege der Revolutionsgarde getötet. «Sie brauchten nicht einmal eine Woche, um die Personen zu ersetzen», sagt Ghadban.

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In der Folge kam es auch zu einer Machtverschiebung: Streitigkeiten zwischen den Flügeln innerhalb der Revolutionsgarde gebe es keine mehr. Auch angesichts der Bedrohungslage seien diese beigelegt worden. «Das Regime war nie so gut vorbereitet auf das, was jetzt geschieht, wie heute.»

Auch die CIA sieht in einem möglichen Sturz von Ali Chamenei nicht nur Positives. Dies geht aus einer rund zwei Wochen alten Einschätzung hervor, über die Reuters berichtet. So fürchtet der US-Auslandsgeheimdienst, dass Hardliner der Revolutionsgarde die Lücken füllen könnten.

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