Aussenminister Ignazio Cassis sieht Welt in «neuer Ära»
Für Aussenminister Ignazio Cassis hat eine «neue Ära» begonnen. Am WEF in Davos GR sah er seine Feststellung bestätigt.

«Es ist eine total andere Welt», sagte Cassis am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) an einem Medienanlass am Donnerstag. Für ihn sei die bisherige Übergangsphase vorbei. Unklar blieben die Konturen dieser neuen Weltordnung und welche Ziele nun verfolgt werden müssten.
In den bilateralen Gesprächen, die er geführt habe, habe er «auf allen Ebenen» eine neue Lesart der Ereignisse gespürt. In diesem Zusammenhang hob er hervor, dass am WEF nicht nur europäische und nordamerikanische Staaten teilnahmen. Das Teilnehmerfeld in Davos sei «unglaublich» und gerade auch der Austausch mit afrikanischen und asiatischen Staaten tue gut. «Sie haben ein anderes Bild.»
Der Bundesrat traf sich etwa mit Regierungsmitgliedern aus Ecuador, Panama, Sierra Leone, der Demokratischen Republik Kongo, Thailand, Israel, der Palästinensischen Autonomiebehörde, der USA, Schweden und der Ukraine.
Einige dieser Staaten hätten über die Zeit ein neues Gewicht erhalten. Sie seien nicht mehr auf Entwicklungshilfe angewiesen. Diese Entwicklung hätte aber innerhalb der Vereinten Nationen (Uno) nicht stattgefunden.
«Der Uno-Sicherheitsrat widerspiegelt die reale Welt nicht mehr», sagte der Aussenminister. «Der Multilateralismus muss angepasst werden, sonst wird er nicht überleben.» Dabei meinte der Tessiner nicht einzig die Uno, denn andere Gremien wie die Welthandelsorganisation (WTO) würden auch zum Multilateralismus beitragen.
Teil der neuen Ära dürfte der sogenannte «Friedensrat» von US-Präsident Donald Trump sein. Das Gremium wurde am Donnerstag in Davos durch Trump ins Leben gerufen. Kritikerinnen und Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Uno.
Insgesamt 60 Staaten sollen Einladungen zum «Friedensrat» erhalten haben. Auch die Schweiz, wie Cassis sagte. Die Schweiz nimmt nicht am Gremium teil. Für den Bundesrat müssten zuerst verschiedene Fragen und die genauere Ausgestaltung des neuen Gremiums geklärt werden, bevor er sich positionieren könne.










