Chur pflegt alte Platanen für Sicherheit und Klima

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Fachleute kümmern sich um über 120 Jahre alte Platanen in Chur. Regelmässige Pflege schützt Passanten, erhält das Stadtbild und stärkt das Stadtklima.

Dorfzentrum Churwalden.
Dorfzentrum Churwalden. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Stadt Chur berichtet, kümmern sich Fachleute der Baumpflege um alte Platanen, um deren Gesundheit und die Sicherheit zu gewährleisten. Die über 120 Jahre alten Bäume prägen das Stadtbild und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

Im Stadtgebiet sind fünf erfahrene Baumpflegerinnen und Baumpfleger im Einsatz, die alle notwendigen Pflegearbeiten an den alten Stadtbäumen durchführen. Die Platanen, die zu den grössten und eindrücklichsten Bäumen im Stadtgebiet gehören, werden ein- bis zweimal pro Jahr kontrolliert. Insgesamt stehen im Stadtgebiet rund 150 Platanen.

Ausgewachsene Platanen können Höhen von über 30 Metern und Kronendurchmesser von mehr als 25 Metern erreichen.

Unter ihrer Krone entsteht so eine beschattete Fläche von bis zu 500 Quadratmetern. An einem einzigen Baum können mehrere hundert Kilogramm Totholz anfallen, das regelmässig entfernt werden muss.

Sicherheit gewährleisten

Ziel der Pflege ist es, Totholz zu entfernen und einzelne Äste gezielt zu entlasten, um Astbrüche zu verhindern und die Sicherheit für Passanten und Fahrzeuge zu gewährleisten. Bereits ein herabfallender Ast von zehn Kilogramm kann aus grosser Höhe erhebliche Schäden verursachen.

Dabei achten die Fachpersonen darauf, die natürliche Form der Bäume zu bewahren und möglichst schonend zu arbeiten. Jeder Schnitt wird sorgfältig gesetzt, da er das Wachstum der nächsten 10 bis 15 Jahre beeinflussen kann.

Platanen sind besonders beeindruckende Stadtbäume: Sie können mehrere hundert Jahre alt werden, besitzen eine charakteristische mosaikartige Rinde und ausladende Kronen. An heissen Sommertagen kann ein grosser Baum durch Verdunstung bis zu 400 Liter Wasser pro Tag abgeben und seine Umgebung um mehrere Grad Celsius kühlen.

Damit wirkt er wie eine natürliche Klimaanlage – ganz ohne Strom. Gleichzeitig filtern die Blätter Staub und Schadstoffe aus der Luft und speichern im Laufe ihres Lebens mehrere Tonnen CO₂. In einer grossen Baumkrone können zudem über 300 verschiedene Tierarten Lebensraum finden.

Hohe Anforderungen

Die Arbeit hoch oben in den Baumkronen ist anspruchsvoll und findet oft in 10 bis 30 Metern Höhe statt. Mitarbeitende benötigen eine solide Ausbildung: Dazu gehören Basiskurse in Seilklettertechnik für die Arbeitssicherheit, weiterführende Aufbaukurse sowie spezielle Schulungen für den Einsatz von Hebebühnen.

Die meisten Baumpflegerinnen und Baumpfleger kommen aus der Grünen Branche, zum Beispiel aus Garten- und Landschaftsbau oder der Forstwirtschaft. Viele absolvieren zusätzlich Lehrgänge bis hin zum eidgenössischen Fachausweis. Sicherheit hat oberste Priorität – sowohl für die Arbeitenden als auch für die Bevölkerung.

Klima positiv beeinflussen

Während der Arbeiten wird auch der Verkehr am Boden gesichert. Je nach Baumgrösse wird ein Sicherheitsbereich mit einem Radius von bis zu 15 Metern eingerichtet. Mitarbeitende regeln den Verkehr, damit Passanten und Fahrzeuge geschützt sind, während in den Baumkronen geschnitten wird.

So wird gewährleistet, dass sowohl die Menschen als auch die Natur geschützt sind – und die Platanen weiterhin gesund wachsen und das Stadtklima positiv beeinflussen können. Einen Einblick in die Schneidearbeiten ist aktuell auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Chur zu sehen.

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