Zürcher SVP wirbt mit bayrischen Trachten für Neutralität
Dass die Schweizer Werte durch KI-generierte Ausländer repräsentiert werden, sorgt für Spott. Die SVP-Sektion aber wehrt sich: Es habe alles seine Gründe.

Das Wichtigste in Kürze
- Die SVP Kanton Zürich wirbt für die Neutralitätsinitiative mit Menschen in bayrischen Lederhosen.
- Dies sorgt für Kritik und Spott.
- Die SVP wehrt sich: Das sei kein KI-Fehler, sondern Absicht.
KI-Bilder sind Glücksache – das musste auch die SVP Kanton Zürich wieder einmal erfahren. Zwar sind für einmal alle Menschen mit der korrekten Anzahl Finger abgebildet. Doch wirbt die Volkspartei ausgerechnet für die Neutralitäts-Initiative mit fremden Federn.
«Schweizer Trachten statt bayerische Lederhosen»
«Freunde, wenn ihr schon mit KI eure Älpler bastelt, dann zieht ihnen doch bitte Schweizer Trachten statt bayerische Lederhosen an.» Der gutgemeinte Ratschlag kommt von Grünen-Nationalrätin Meret Schneider. Aber auch Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister findet die betrachteten Figuren ein wenig widersprüchlich.
«Bayerische Trachten in einem Schweizer Abstimmungskampf einzusetzen ist das Gegenteil von neutral», analysiert der ex-Mitte-Präsident. Und setzt noch einen drauf: «Dummheit ist halt nicht neutral», twittert er auf «X».

Die SVP Kanton Zürich reagiert prompt mit mehreren, gleichlautenden Posts auf die Online-Häme. Einerseits gehe es um die Botschaft, nicht um die Illustration beziehungsweise die Textilien. Andererseits sei die Darstellung – angeblich – mit Absicht so gewählt.
Denn: Diese soll «den länderübergreifenden Frieden im Alpenraum» symbolisieren. Die Kleidung sei deshalb bewusst alpenländisch gehalten und nicht als Abbildung einer bestimmten regionalen oder nationalen Tracht gedacht. Ausser, dass drei von vier Personen ganz bestimmt regionale Lederhosen tragen.
Spott ergiesst sich über die SVP
Nun, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ein textilkundiger X-User – er identifiziert die gerade geschnittene, hüftlange Jacke aus gewalkter Schafwolle korrekt als «Janker» – vermutet: Es könnte ja am Fachkräftemangel liegen.
Oder, eine andere Theorie: Es handelt sich um Trans-Bayern – womit wohl angedeutet sein soll, dass wir SVP-Inserate vorurteilsfreier bewerten sollten.

Ein Zugewanderter sieht es dagegen positiv: «Ich will mich jetzt nicht beschweren, wenn die SVP Zürich quasi Deutsche willkommen heisst.» Genau, Bayern sind «quasi Deutsche», oder, wie ein weiterer User analysiert: «Bayern ist doch das Wallis Deutschlands.»
Auf Friedensmission
Fairerweise muss man sagen: Die Tracht des Mädchens erinnert entfernt an eine Landfrauen-Tracht aus dem Zürcher Oberland oder Zürcher Unterland. Und das Züri-Meitli scheint sich jedenfalls mit den drei Bayern im Hochgebirge wohlzufühlen. Wahrscheinlich auf Friedensmission «für eusi Lüüt».

Dann muss man sich wohl den Auftrag an die KI irgendwie so vorstellen: «Eine völkerverbindende, generationenübergreifende Gruppe Menschen in alpenländischen Trachten. Irgendwo oberhalb der Baum- und unterhalb der Schneegrenze, mit einem Friedenskochlöffel und einem traditionellen Allgäuer Osterfähnchen.» Nicht nur Frieden ist kein Zufall.












