Makaber: Unbekannte ändern Google-Eintrag der SVP Zürich
Makabrer Eintrag mit historischer Anspielung: Die Öffnungszeiten der SVP Kanton Zürich wurden kürzlich angepasst. Die Partei geht von einer Nachahmungstat aus.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Öffnungszeiten der SVP Kanton Zürich wurden kürzlich angepasst.
- Unbekannte haben die Uhrzeiten auf «19:38 bis 19:45» abgeändert.
- Die Partei erachtet die Aktion als «nicht zielführend».
Wer vergangene Woche den Google-Maps-Eintrag der SVP Kanton Zürich aufgerufen hat, dürfte kurz gestutzt haben. Bei den Öffnungszeiten standen plötzlich ungewohnte Zeiten.
«19:38 bis 19:45» war dort zu lesen. Am Wochenende blieb die Partei laut Eintrag gleich ganz «geschlossen».
Was zunächst wie ein schlechter Scherz wirkt, bekommt bei genauerem Hinsehen eine makabre Dimension. Die Zahlen spielen auf historische Ereignisse an: 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein, 1945 endete der Zweite Weltkrieg.
SVP vermutet Nachahmung
Bei der SVP Kanton Zürich fiel die Änderung rasch auf. Auf Anfrage von Nau.ch verweist die Partei auf ähnliche Fälle in Deutschland. Dort sei bereits der Google-Maps-Eintrag der AfD manipuliert worden.
«Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Nachahmungstat handelt», heisst es. Wer dahintersteckt, sei allerdings unklar.
Man habe die fehlerhaften Angaben zwischenzeitlich korrigiert. «Aufgrund des einmaligen Vorfalls haben wir vorerst von rechtlichen Schritten abgesehen», so die Partei.
Gleichzeitig wird der Ton schärfer. Solche Aktionen seien im politischen Kontext «nicht zielführend». Und weiter: «Offensichtlich greifen unsere politischen Gegner zu solchen Mitteln, weil ihnen die überzeugenden Argumente fehlen.»
Wie kommt es zu solchen Änderungen?
Auch bei Google ist der Vorfall bekannt. «Unser Team hat das Problem inzwischen behoben», schreibt eine Sprecherin auf Anfrage von Nau.ch.
Wie einfach sich solche Einträge manipulieren lassen, bleibt offen. Google gibt dazu nur allgemein Auskunft: «Die Daten in Google Maps stammen aus verschiedenen Quellen», heisst es.
Dazu zählen kommerzielle Anbieter, öffentlich zugängliche Informationen und in gewissen Fällen Partner.
Hat die Technik versagt?
Gleichzeitig betont der Konzern, Inhalte laufend zu überprüfen. Dafür setzt Google auf eine «Kombination aus Mensch und Technologie».
Werden irreführende Inhalte erkannt, könnten diese gelöscht werden. In schweren Fällen droht sogar die Sperrung des entsprechenden Kontos.
«Die Richtlinien besagen, dass Bewertungen auf echten Erfahrungen und Informationen basieren müssen», so Google. Man überprüfe Beiträge rund um die Uhr. «Sowohl mit Hilfe unserer automatisierten Prüfsysteme als auch unserer Mitarbeitenden.»

















